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Leuchtturm wertet Dreiländereck auf

Das Dreilaendereck von der Hafeneinfahrt gesehen.

Leuchtturm wertet Dreiländereck auf

Das Dreilaendereck von der Hafeneinfahrt gesehen.

Das Dreiländereck fristet ein trauriges Dasein und wird kaum mehr besucht. Mit dem Bau eines 51 Meter hohen Leuchtturms will der Schiffskapitän Louis Conzett den symbolischen Ort wieder beleben.

Rolf Zenklusen

«Die Touristen sind entsetzt», sagt Georges Böhler. Immer wieder trifft der Präsident des neutralen Quartiervereins Pro Kleinhüningen auf Gäste, die ihn an der Endstation des 8er-Trams fragen, wie sie zum Dreiländereck gelangen. Böhler hat es langsam satt, ihnen erklären zu müssen, es fahre kein Bus dorthin und sie müssten mehr als einen Kilometer laufen. «Oft sind es ältere Leute, die nicht mehr gut zu Fuss sind. Sie brauchen eine halbe Stunde zum Dreiländereck.»

Böhler fordert eine Verlängerung der Buslinie 36 bis zum Dreiländereck – mindestens im Halbstundentakt. Auf dem Parkplatz vor dem Dreiländereck hätte der Bus genügend Platz, um zu wenden.

Dass das Restaurant immer noch geschlossen ist, trage ebenfalls nicht gerade zur Attraktivität des Dreiländerecks bei, kritisiert der Präsident des Quartiervereins. Immerhin sei am Dreiländereck dieses Jahr von Dienstag bis Sonntag ein kleiner Kiosk offen, wo es möglich ist, Getränke und kleine Imbisse zu kaufen. «Nur leider weiss niemand von diesem Angebot.» Nur mit einem Abriss und einem Neubau eines Restaurants könne das Dreiländereck wieder an Attraktivität gewinnen, sagt Böhler.

Buslinie 36 länger?

«Wir sind uns bewusst, dass Fussgänger einen langen Weg haben», erklärt Alain Groff, Leiter des Amtes für Mobilität im Bau- und Verkehrsdepartement. Technisch wäre eine Verlängerung der Buslinie 36 möglich. «Das Nachfragepotenzial ist aber nicht vorhanden.» Bezogen auf den Nutzen einer Busverbindung wäre der Aufwand zu gross, sagt Groff. Der Kanton müsse mit den Steuergeldern haushälterisch umgehen. Groff verweist auf die Testplanung, die derzeit für das Gebiet rund um das Dreiländereck im Gange ist (siehe Kasten). Sollten sich dereinst wirklich 3000 neue Einwohner dort niederlassen, brauche es natürlich ein neues öV-Konzept.

Der beabsichtigte Verkauf des Restaurants Dreiländereck habe sich verzögert, erklärt Claus Wepler, Generalsekretär im Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt und zugleich Verwaltungsrat der Basler Personenschifffahrts-Gesellschaft (BPG), in deren Besitz das Restaurant ist. «Die BPG ist weiter daran interessiert, die Liegenschaft zu verkaufen.» Der Verkauf müsse aber mit der erwähnten Entwicklungsplanung im Bereich Dreiländereck/Westquai abgestimmt werden. «Ziel der BPG ist nach wie vor, bis Ende Jahr zu einem Verkauf zu kommen», unterstreicht Wepler.

Nur wenige Interessenten

Wie seit längerer Zeit bekannt ist, gehört Louis Conzett, Kapitän und Erfinder eines Hochwasserschutzkissens für Gebäude, zu den wenigen Interessenten für den Kauf des Restaurants. Louis Conzett will am Dreiländereck einen Leuchtturm bauen, ein 51 Meter hohes, elfstöckiges und zylindrisches Gebäude mit integriertem Restaurant. Das Investitionsvolumen soll elf Millionen Franken betragen. «Unser Projekt passt sehr gut in die laufende Planung», erklärt Conzett der bz. Er schätzt, dass die Bauarbeiten für den Leuchtturm im Jahr 2013 beginnen könnten.

Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus, begrüsst die geplanten Entwicklungen rund um das Dreiländereck. Die Gesamtplanung sei genau im Sinne von Basel Tourismus. Vor allem der Leuchtturm könnte eine neue Attraktion für Basel werden. Natürlich brauche das Dreiländereck eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Doch es sei etwas Geduld gefragt: Provisorische Lösungen wie die Verlängerung der Buslinie 36 würden nicht viel bringen, meint Egloff.

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