Letzte Ehre für die «Grande Dame» des Schweizer Films

Abdankungsfeier in Kirche St. Peter

Abdankungsfeier in Kirche St. Peter

Mehrere hundert Personen haben in Zürich mit einer Gedenkfeier Abschied genommen von der Schauspielerin Anne-Marie Blanc. Die «Grande Dame» des Schweizer Films und Theaters war am 5. Februar 89-jährig verstorben.

Auf Wunsch der Verstorbenen fand die Zeremonie in der Kirche St. Peter statt. Neben Familienangehörigen und Freunden erwiesen zahlreiche Schweizer Schauspielerinnen und Schauspieler Anne-Marie Blanc die letzte Ehre. Zu den Trauergästen gehörten auch Bundesrat Moritz Leuenberger und der Zürcher Regierungsrat Markus Notter.

An der mit Musik von Georg Philipp Telemann, Joseph Haydn und Robert Schuhmann untermalten Feier zeichnete Peter Christian Fueter, einer der drei Söhne, den Werdegang der Mutter von den Anfängen ihrer Schauspielerei bis zur Abschiedstournee nach.

Die Westschweizer Schriftstellerin Anne Cuneo und die deutsche Schauspielerin Maria Becker würdigten in persönlichen Abschiedsworten die "einmalige Persönlichkeit" von Anne-Marie Blanc. Cuneo hatte die Schauspielerin 2001 in einem Dokumentarfilm portraitiert.

Den Durchbruch als Filmschauspielerin hatte Blanc 1941 mit Franz Schnyders Film "Gilberte de Courgenay" geschafft. Die Titelrolle machte sie zum Star einer Generation und einer Epoche.

Die Titelfigur Gilberte blieb bis zu ihrem Lebensende an ihr haften. Unteilbar mit ihr verbunen war auch das Lied von Hans in der Gand: "C'est la petit Gilberte, Gilberte de Courgenay, elle connaît trois cent milles soldats et tous les officiers."

Der Film habe Anne-Marie Blanc zum Mythos gemacht, sagte Pfarrer Ulrich Knellwolf in seiner Abdankungspredigt. Die Schauspielerin habe es jedoch immmer wieder meisterhaft verstanden, dieses "Mythos sein" mit freundlicher Selbstironie zu überspielen.

Die Schauspielerin war mit Heinrich Fueter, dem Gründer der Filmproduktionsfirma Condor, verheiratet und hatte drei Söhne. Am 5. Februar verstarb sie umgeben von ihren Angehörigen an ihrem Wohnort im Alterswohnheim Zürich-Enge. Die Beisetzung findet zu einem späteren Zeitpunkt im engen Familienkreis statt.

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