Lenzburg
Lenzburg kämpft vehement ums Stapferhaus

Die Stiftung Stapferhaus, die mit ihren Themenausstellungen für Furore sorgt, sucht einen neuen festen Ort. Eine Studie klärt mögliche Standorte ab, doch Lenzburg unternimmt alles, die Institution zu behalten.

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Fabrikationshaus im Hero-Areal - Stapferhaus

Fabrikationshaus im Hero-Areal - Stapferhaus

Fritz Thut, Thomas Röthlin

Das Stapferhaus, domiziliert auf Schloss Lenzburg, ist ein Aargauer Kultur-Leuchtturm, der mit seinen Ausstellungen wie «strafen», «Glaubenssache» oder aktuell «nonstop» weit über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus zündet, sucht eine permanente Bleibe für jene Zeit, wenn das Lenzburger Zeughaus nicht mehr zur Verfügung steht.

«Keinen Grund wegzuziehen»

Für das Projekt, das unter dem Arbeitstitel «Haus der Gegenwart» segelt, haben die Verantwortlichen eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Momentan sind noch «zwischen 5 und 7 Standorte im Rennen», so Stapferhaus-Co-Leiterin Sibylle Lichtensteiger zur AZ. Das Endergebnis der Studie wird Ende April erwartet. Das Regionaljournal Aargau-Solothurn von Radio DRS meldete, dass Aarau mit Industriebrachen Lenzburg konkurrenzieren will.

«Für uns gibt es keinen Grund, aus Lenzburg wegzugehen, ausser wir finden hier keinen passenden Ort», so Lichtensteiger. Stadtammann Hans Huber will «mit meinem ganzen Einsatz» dafür kämpfen, dass das Stapferhaus in Lenzburg bleibt.
Einen idealen Standort hat man bereits ausgemacht: Im ehemaligen Hero-Fabrikationsgebäude auf dem Areal der geplanten Grossüberbauung «Gleis Nord» unmittelbar am Bahnhof seien die Voraussetzungen optimal, ist Huber überzeugt. Von «modernen, zeitgenössischen Ausstellungen in einem industriekulturell-geprägten Raum», träumt Huber bereits, wobei er weiss, dass die Finanzierung einen besonderen Effort bedingt.

Aarau bekundet Interesse

Ebenfalls Interesse an einer handfesten Weiterbearbeitung der «unverbindlichen Anfrage» seitens des Stapferhauses hat gemäss Stadtrat Lukas Pfisterer die Aarauer Exekutive. Im künftigen Stadion-Quartier steht die so genannte Aeschbach-Halle im Vordergrund. Die ehemalige Ofenschlosserei muss gemäss neuer Bau- und Nutzungsordnung, über die in Aarau am 13. Juni abgestimmt wird, als Industriekulturobjekt erhalten bleiben. Nördlich der Gleise ist es das Zeughaus-Areal, dessen nachmilitärische Nutzung im künftigen Stapferhaus-Sitz liegen könnte.

Die Türen stünden zwar offen, sagt Pfisterer. Ein «Standortwettbewerb zwischen Aarau und Lenzburg» sei aber «nicht im Sinn des Stadtrats».

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