Kurt Blum

12 000 Schülerinnnen und Schüler hatten gestern entweder im Kindergarten oder in der 1. Klasse der Primarschule ihren ersten Schultag - der «Ernst des Lebens» begann. Gesamthaft waren es 72 000 Mädchen und Knaben, die das Schuljahr 2009/10 in Angriff nahmen. Diese werden von 7500 Lehrpersonen (davon 552 Ausländerinnen und Ausländer) in 5150 Vollzeitstellen unterrichtet. Im 10-Jahres-Vergleich (1999-2009) ging die Schülerzahl um 8 Prozent zurück. «Jetzt haben wir die Talsohle erreicht», gab der Leiter der Abteilung Volksschule im BKS, Christian Aeberli, zu bedenken. Zugleich gab er bekannt, dass alle Kindergärtler und alle Volksschüler auf eine Lehrperson treffen werden.

Bekenntnis zur Berufsbildung

Zum offiziellen Startschuss des neuen Schuljahres wurde gestern nach Zofingen ins Bildungszentrum eingeladen. Hier sind unter anderem die technische und die wirtschaftliche Berufsschule zu Hause. Regierungsrat Hürzeler: «Die duale Berufsbildung liegt mir sehr am Herzen. Das schweizerische Berufsbildungssystem ist ein Erfolgsmodell. Die Schweiz hat die tiefste Jugendarbeitslosigkeit.»

Während des Schuljahres 2009/10 begeht die Aargauer Volksschule ihr 150-Jahr-Jubiläum. Verbunden damit sind verschiedene Feierlichkeiten, wobei nicht nur zurück-, sondern auch vorwärtsgeschaut werden soll. Denn die Aargauer Volksschule entwickelt sich - «mit oder ohne 17. Mai» - weiter. Das anlaufende Schuljahr soll vor allem konsolidieren, und zwar bezüglich der Standardsprache im Kindergarten, des Englischunterrichts an der Primarschule, der Geleiteten Schule, der Rechtschreibung, der Blockzeit und der Integrativen Schulung.

77 Prozent sahen grün

Trotz schwieriger Wirtschaftslage sei es vielen Aargauer Schulabgängerinnen und Schulabgängern gelungen, einen Lehrstellenplatz zu finden, sagte Erziehungsdirektor Hürzeler. Im Vergleich zu den Vorjahren zeige sich aktuell zudem eine bessere Ausgangssituation. 77 Prozent der Jugendlichen haben den grossen Schritt in eine nachobligatorische Ausbildung geschafft; 2007 waren es nur 72 Prozent und 2006 deren 74 Prozent. Es blieben letztlich zwei Prozent, die kurz vor Schulschluss noch keine Anschlusslösung gefunden hatten.

Aufgrund der ungewissen Wirtschaftslage lasse sich die künftige Lehrstellensituation nur schwer abschätzen. Der Aargau habe sich jedoch in den letzten Jahren auf diese Entwicklung vorbereitet und verschiedene Massnahmen umgesetzt.

Die im Juni vom Grossen Rat beschlossenen Konjunkturmassnahmen im Bereich Jugendarbeitslosigkeit enthalten auch Unterstützungsmassnahmen für Klein- und Mittelbetriebe, betonte Kathrin Hunziker, Leiterin Abteilung Berufsbildung und Mittelschule im BKS. Mit diesen sollen bestehende Lehrverhältnisse gestützt, Lehrstellen erhalten und Berufslernenden, die den Ausbildungsbetrieb verlassen müssen, eine neue Lehrstelle vermittelt werden.