Lebenswerk

Riesenschildkröten einmal in freier Natur beobachten zu können, ist ein nicht alltägliches Spektakel. Für die Familie Brader wurde dieses Erlebnis Wirklichkeit. Auf ihrer Weltreise besuchten sie die Loggerhead Riesenschildkröten-Station in Australien.

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Schildkröte

Schildkröte

Um 19 Uhr ist Besammlung bei der Loggerhead Riesenschildkröten-Station. Nebst dem Schutz dieser vom Aussterben bedrohten Tiere, geht es hier auch darum, die Touristen aufzuklären und zu sensibilisieren.

Es hat einige Leute und da wir etwas kurzfristig diesen Ausflug gebucht hatten, erhalten wir einen rosa Kleber für die dritte Gruppe. Hoffen wir also, dass auch wirklich drei dieser wundervollen Meereswesen heute an diesen Strand kommen werden, um ihre Eier abzulegen. Das Warten beginnt. Wir lesen alles im Informationszentrum und wollen möglichst viel erfahren, was die Forscher hier schon herausgefunden haben. Die Zeit vergeht überraschend schnell. Wir warten unter dem klaren Sternenhimmel und über uns ziehen Flughunde ihre nächtlichen Runden. Sternschnuppen werden gezählt und ein milder Wind säuselt uns um den Kopf.

Die Braders Eine Familie, die ein ganzes Jahr zusammen auf Weltreise geht, ist speziell, keine Frage. Chef-Weltreisender ist Vater Reto, 44. Er arbeitete bereits längere Zeit im Ausland, unter anderem für Hewlett Packard im kanadischen Edmonton, wo auch die beiden Söhne zur Welt kamen. Reto ist Ingenieur der Elektrotechnik und führt einen MBA-Titel. Zuletzt hat er als General-Manager den Marktaufbau für Pixelmetrix in Europa und Asien geleitet.Mutter Evelyne, 38, ist Künstlerin und Galeristin und kommt aus Würenlos. Sie ist ausgebildete Bildhauerin und verkuaft ihre Arbeiten über führende Galerien.Andrin feierte seinen 13. Geburtstag auf der Queen Mary 2. Er steht auf Robbie Williams, Mr. Bean und Spongebob.Roman ist mit 11 das jüngste Familienmitglied, findet den kleinen Nils toll und spielt selber gerne Fussball - oder auch mal eine Schneeballschlacht.Die Reise kann auf verschiedenen Kanälen mitverfolgt werden: auf a-z.ch schreibt Evelyne Brader exklusiv von ihrer Reise. Und auf ihrer Website publizieren die Braders viele Fotos - und je ein persönliches Tagebuch.

Die Braders Eine Familie, die ein ganzes Jahr zusammen auf Weltreise geht, ist speziell, keine Frage. Chef-Weltreisender ist Vater Reto, 44. Er arbeitete bereits längere Zeit im Ausland, unter anderem für Hewlett Packard im kanadischen Edmonton, wo auch die beiden Söhne zur Welt kamen. Reto ist Ingenieur der Elektrotechnik und führt einen MBA-Titel. Zuletzt hat er als General-Manager den Marktaufbau für Pixelmetrix in Europa und Asien geleitet.Mutter Evelyne, 38, ist Künstlerin und Galeristin und kommt aus Würenlos. Sie ist ausgebildete Bildhauerin und verkuaft ihre Arbeiten über führende Galerien.Andrin feierte seinen 13. Geburtstag auf der Queen Mary 2. Er steht auf Robbie Williams, Mr. Bean und Spongebob.Roman ist mit 11 das jüngste Familienmitglied, findet den kleinen Nils toll und spielt selber gerne Fussball - oder auch mal eine Schneeballschlacht.Die Reise kann auf verschiedenen Kanälen mitverfolgt werden: auf a-z.ch schreibt Evelyne Brader exklusiv von ihrer Reise. Und auf ihrer Website publizieren die Braders viele Fotos - und je ein persönliches Tagebuch.

Die restlichen Leute unserer Gruppe werden zu ihr geleitet und da plötzlich bröckelt der Sand unter ihrem Gewicht ein und das Loch scheint einzubrechen. Die Forscher werden nervös und beschliessen, dass die Besucher lieber wieder an den Strand runter gehen sollen. Im Augenwinkel sehen wir, dass das Tier das Loch verlassen und sich gegen das Wasser gewendet hat. Sie verlässt die Brutstätte und bewegt sich gemächlich zurück in die Wogen des Meeres. Sie wird innert der nächsten fünf Tage wiederkommen, um ein neues Loch zu graben.

Die Forscher lassen uns in der dunklen Nacht am Strand stehen und gehen auf die Suche nach einer weiteren Schildkröte. Die Gruppe entdeckt eine hell leuchtende Sternschnuppe und ein „AAAHHH" geht durch die Reihen. Wir stapfen wider über den Sandstrand, der Sternenhimmel ist unterdessen noch intensiver am leuchten. Eine neue Schildkröte ist gefunden und wieder dürfen die Kinder als erste hoch gehen und sich hinter dem Tier auf den Boden setzten. Die werdende Mutter gräbt noch vier, fünf Mal, dann neigt sich ihr Panzer gegen das Loch, ein Hautkanal kommt hervor und daraus plumpst ein kugelrundes weisses Ei. Noch eines und noch eines. Insgesamt legt sie 130 Eier ab uns und wir dürfen dieses Schauspiel hautnah miterleben!

Plötzlich kommen zehn Leute mit Helmen und Taschenlampen darauf, wir entdecken dazwischen Dr. Limpus, der Gründer dieser Station, der sein Leben dem Schutz dieser wundervollen Meerestiere verschrieben hat, ohne seine Entschlossenheit, wären diese einmaligen Tiere hier an dieser Küste wohl bereits ausgestorben. Neun junge Biologen folgen ihm im Schlepptau, sie beginnen emsig damit, sämtliche Forschungsdaten über dieses Tier einzufangen. Die Schildkröte wird vermessen, das Nest gekennzeichnet und Dr. Limpus hält ein Ultraschallgerät in der Hand, bringt Gele daran, greift mit der Hand unter den Körper des Tieres und wir dürfen miterleben, was sich im Bauch der Schildkröte abspielt. Wir sehen die Eier, welche sich noch darin befinden, sowie die Eierstöcke, die parat sind für die nächsten zwei Ablagen. Die Forscher bringen dem Tier eine neue Markierung an, da die alte nicht mehr gut genug sei und wir dürfen Fragen stellen. Wow! Alleine schon die Eiablage wäre so spannend gewesen. Dass wir aber den Forschern live über die Schultern schauen durften, macht das Erlebnis noch einmaliger. Wir dürfen das müde Tier an den Strand begleiten und winken ihr zu, wie sie schwerelos von den Wellen zurück ins Meer getragen wird.