Lawine
Lawinendrama: Bergretter selten unter den Opfern

Bergretter kommen bei Einsätzen in der Schweiz selten ums Leben. Obwohl Bergrettungen immer mit gewissen Risiken verbunden sind, sind der SAC-Fachgruppe Sicherheit vor dem Unglück im Diemtigtal lediglich zwei Fälle bekannt, bei denen Retter ihr Leben verloren.

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Keystone

Der letzte tödliche Rettungseinsatz geht auf den 3. Februar 2001 zurück. Bei Zinal im Kanton Wallis gerieten eine Eiskletterin und ein Eiskletterer in eine Lawine. Zwei Bergführer, die die Eiskletterer retten wollten, wurden durch eine zweite Lawine verschüttet. Beide Bergführer und die Eiskletterin sterben, wie Ueli Mosimann, Statistiker der SAC-Fachgruppe Sicherheit, am Montag auf Anfrage der AP sagte.

Den Grund, weshalb Bergretter bereit sind, ihr Leben für andere aufs Spiel zu setzen, sieht er in einem humanitären Selbstverständnis: «Wenn man eine Möglichkeit sieht, jemanden lebend zu bergen, löst das eine hohe Motivation aus. Dies bestätigt auch Bruno Jelk, Rettungschef von Zermatt, der bei Rettungen immer eine gewisse Bergkameradenhilfe sieht. Wichtig sei aber, dass der Selbsterhaltungstrieb stets vor dem Rettungstrieb kommen müsse. «Die örtlichen Rettungsorganisationen sollen Einsätze abbrechen, wenn das Risiko für die Retter zu gross wird», sagte Jelk zu AP.

Die Gefahr für Bergretter sei in den letzten 20 Jahren gestiegen. Dank besserem Material, Snowboards und breiteren Skiern wagten sich Variantenfahrer unabhängig von Schneeverhältnissen und eigenem Können auf jegliches Gelände.