Kindstötung

Lausanner Gericht verurteilt Mutter wegen Tötung des Sohnes

Blick in Gerichtssaal (Symbolbild)

Blick in Gerichtssaal (Symbolbild)

Das Strafgericht in Lausanne hat eine Mutter, die ihren Sohn getötet hat, wegen Mordes zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Frau litt zum Zeitpunkt der Tat im November 2007 unter psychischen Störungen und lag mit ihrem Partner, dem Vater des Kindes, im Streit.

Nachdem die Frau den sechseinhalbjährigen Jungen in der Badewanne ihrer Wohnung in Romanel-sur-Lausanne VD ertränkt hatte, legte sie die Leiche ins Kinderbett und versuchte sich selbst mit Tabletten umzubringen.

Die Mutter habe ihren Hass auf ihren Ehemann auf den gemeinsamen Sohn übertragen. "Sie hat aus Rache gehandelt, um dem Vater das Kind zu entziehen", kam das Schwurgericht zum Schluss. Sie bezichtigten die Frau im Urteil vom Freitag des Mordes, weil sie "besonders skrupellos" gehandelt habe.

Die Verteidigung hatte auf Totschlag plädiert und wird gegen das Urteil rekurieren. Die Frau hatte während des Prozesses angegeben, sie habe ihren Sohn mit sich in den Tod nehmen wollen. Doch das Gericht glaubte dieser Version von kollektiver Selbsttötung nicht und folgte der Anklage und den ersten Aussagen der Mutter nach der Tat, in denen sie von Rache und Hass auf ihren Ehemann sprach.

Die heute 38-jährige Frau hatte bereits 2004 einen Suizidversuch unternommen. Das Gericht folgte dem psychiatrischen Gutachten, welches der Frau eine leicht verminderte Zurechnungsfähigkeit attestierte. Der Frau sei sich aber bewusst gewesen, was sie tue, als sie ihren Sohn ertränkte, hielt es fest. Sie stelle sich als Opfer dar und zeige keine wirkliches Verantwortungsgefühl.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1