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Laugenbrötli-Verbot: Lesen Sie mal, was Aargauer Kinder tun und lassen sollen

Pommes Chips: Kein idealer Znüni.

Pommes Chips

Pommes Chips: Kein idealer Znüni.

Auch der Kanton Aargau erklärt Eltern, was sie ihren Kindern zu Essen geben sollen – und er empfiehlt TV-Sendungen und gibt Tipps zur Intim-Körperpflege.

Der Fall des kleinen Luca (Name geändert) sorgte für Aufsehen: Als der Vierjährige auf dem Pausenplatz seinen Zürcher Kindergartens zum Znüni ein Laugenbrötli auspackte, wurde ihm dessen Verzehr - aus Gesundheitsgründen - von der Kindergärtnerin verboten. Ein Versehen, offenbar.

Die Zürcher Gesundheitsdienste mussten inzwischen einräumen, dass es in den städtischen Kindergärten mitnichten ein Pausenbrot-Verbot gibt - sondern lediglich unverbindliche Ernährungs-Empfehlungen.

«Gesunde Zwischenverpflegung»

Mit solchen hält sich auch der Kanton Aargau nicht zurück. Im vorvergangenen Jahr lancierte das Kantonsärztliche Dienst im Departement Gesundheit und Soziales die so genannte «Znüniblatt-Aktion» ein, welche namentlich Vorschulkinder für den Wert einer «gesunden Zwischenverpflegung» sensibilisieren will.

Auf einem Merkblatt können Eltern nun nachlesen, was sie ihren Kindern in den Znüni-Sack packen sollen (Rüebli, Mandeln, Naturjoghurt mit Beeren) und was besser nicht (Gipfeli, Wurstwaren, Pommes-Chips).

Kantonale TV-Kritiker

Doch nicht nur die Ernährung liegt dem Kanton am Herzen, auch beim Medienkonsum möchte er gerne ein Wörtchen mitreden.

In einem Papier mit dem Titel «Fernsehen - ein Bewegungskiller?» erhalten Eltern sogar konkrete TV-Tipps: «Für Kinder ab 5 Jahren eignet sich in deutscher Sprache zum Beispiel die Sendung mit der Maus, die Sesamstrasse oder auch der Käpt`n Blaubär Club. Für Kinder ab 7 Jahren wird die Sendung Löwenzahn oder auch der Kinderweltspiegel empfohlen», heisst es in dem Merkblatt.

Weniger gut finden die Aargauer TV-Kritiker hingegen «gewisse Talkshows, die oft im Morgenprogramm gesendet werden. Diese seien für Kinder «keineswegs geeignet».

«Finger- und Fussnägel schneiden!»

Und selbst vor der Intimsphäre der Kinder macht der Staat nicht halt. In einem weiteren Factsheet, das wie alle anderen in zehn Fremdsprachen übersetzt wurde, gibt der Kanton seine Empfehlungen zur richtigen Körperpflege ab.

Interessierte Mütter und Väter erfahren dort nicht nur, dass ihre Kinder beim «Duschen auch die Geschlechtsteile und den Po gut waschen», «Finger und Fussnägel regelmässig schneiden» sowie «die Haare täglich kämmen» sollen - sondern auch, dass «Intimsprays völlig unnötig» sind: «Wasser und Seife reichen.»

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