Bätterkinden
Lassen Sie die Arbeit verrichten

«Für jedes Problem gibt es eine Lösung», sagt der Bätterkinder Sebastian Rufer. Er ist sozusagen «Mädchen für alles»; seine kürzlich gegründete Firma MyAssistant.ch übernimmt Arbeiten jeder Art.

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Fabian

Fabian

Berner Rundschau

Fabienne Wüthrich

«Brauchen Sie einen Bürogummi?», könnte die Frage des Bätterkinder Sebastian Rufer etwas salopp klingen. Der 27-Jährige bietet Unternehmen und Geschäftsleuten seit kurzem seine Dienste an - dafür hat er die Firma MyAssistant.ch im Handelsregister eintragen lassen. Was seine Kunden genau erwartet, erklärt der BWL-Student der Universität Bern gleich selber: «Plant jemand einen Event, sucht eine geeignete Wohnung oder braucht vorübergehend einen Sekretär; ich übernehme das.» 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche stehe er dabei zur Verfügung.

Bisher fünf Aufträge erhalten

12 000 Franken in Einzelfirma investiert

Der Bätterkinden Student Sebastian Rufer hat letzten Februar die Firma MyAssistant.ch gegründet. Im Juni wurde das Unternehmen im Handelsregister eingetragen. Für die Werbung, die Infrastruktur und die Webseite habe er etwa 12 000 Franken bezahlt, sagt er. «Das Geld erarbeitete ich mir neben dem Studium.» Das Ziel sei es, die Fixkosten möglichst tief zu halten. Rufer hat bisher keine Mitarbeiter. «Das kann ich mir noch nicht leisten.» Da er einen 24-Stunden-Dienst anbiete, müsse er einfach mit Telefonaten rund um die Uhr rechnen. «Das verspreche ich schliesslich auch.» Läuft die Firma an, könnte er sich vorstellen, Ende Jahr einen Assistenten einzustellen. «Das warte ich aber noch ab», sagt er. Laut Rufer müssen ihm Kunden einen Stundenlohn von 60 Franken bezahlen. Vor einem Auftrag erstellt er jeweils eine Offerte. Sieht er während eines Job, dass das Kostendach deutlich überschritten wird, meldet er dies sofort den Kunden. Zu seinem bisherigen Kundenkreis gehörten Leute aus Langenthal, Solothurn und Bern. (fwb)


Die Firma MyAssistant ist im Internet unter www.myassistant.ch zu finden. Kunden können die kostenlose Hotlinenummer 0800 555 551 24 Stunden anrufen.

Auf die Idee, MyAssistant.ch zu gründen, kam Rufer vor zwei Jahren. «Das Projekt war lange in meinem Hinterkopf», sagt er. Nun habe er es verwirklicht. Vorteile seines Projektes sieht der 27-Jährige zahlreiche: Viele Leute hätten zu wenig Zeit, aber viel zu tun. Da käme doch eine Firma wie MyAssistant.ch gelegen: «Sie können mich anrufen und ihr Anliegen wird sofort erledigt», sagt er. Auch mit Blick auf die derzeitige Wirtschaftskrise sieht Rufer eine Chance für sein Unternehmen: Etliche Firmen würden nun auf Temporärarbeiter zurückgreifen. Auf diese müsse aber jeweils ein bis zwei Wochen gewartet werden. Im Gegensatz zu ihm: «Ein Auftrag wird angenommen und im Nu erledigt. Das ist doch praktisch.»

Trotz der 24-Stunden-Hotline musste sich Rufer seine Aufträge alleine suchen. Er habe etliche ausgeschriebene Sachen gesehen und sich jeweils bei den Leuten gemeldet. «Momentan kann ich mir einfach noch kein professionelles Marketing leisten. Dafür reicht das Geld nicht», so Rufer. Fünf Aufträge habe er bisher an Land gezogen. Laut dem Studenten waren drei einmalig, zwei laufen noch. Da die Sekretärin fehlte, habe er unter anderem für eine Firma eine Power-Point-Präsentation hergestellt. Momentan wolle einer seiner Kunden eine Firma gründen. Dieser habe ihn nun mit der Marktforschung beauftragt. Jetzt organisiere er alles. Beispielsweise, den Onlinefragebogen einrichten. «Das übernimmt ein Experte», sagt er. «Denn vom Programmieren verstehe ich nicht viel - hier hört es auf.»

Nach Beendigung der Arbeit wird der Lohn schliesslich durch zwei geteilt. Grenzen seiner Arbeit sieht Rufer nicht: «Für jedes Problem gibts eine Lösung.» Er habe ein sehr gutes Netzwerk und das wisse er auch einzusetzen. Springe einer Zeitung beispielsweise ein Freier Mitarbeiter ab, sei das für ihn kein Problem. «Ich würde an der Universität eine passende Person suchen - und bestimmt auch finden», sagt er selbstsicher.

Nach dem Studium steigt er ein

Trotz seines sicheren Auftretens fehlen Rufer derzeit noch die richtig grossen Aufträge. Er sei ja auch noch nicht rund um die Uhr am Arbeiten, sagt er. «Zuerst muss ich meine Masterarbeit an der Uni beenden.» Im Sommer werde er fertig - und dann wolle er sich zu 100 Prozent seiner Firma widmen und «Vollgas geben». Der Student gibt zu: «Natürlich ist das ein Risiko, aber ich lasse dem Unternehmen ein Jahr Zeit.» Laufe MyAssistant.ch nicht, «höre ich einfach auf». Der Jungunternehmer ist jedoch äusserst positiv eingestellt und sagt: «Die Auftragslage stimmt mich zuversichtlich, dass das Geschäft gut anläuft.»