Bähnler-Häuser

Landquart: Ein Bähnler-Ort verliert seine historischen Bauten

Dem Erdboden gleichgemacht: Häuser aus der Zeit der Entstehungsgeschichte

Dem Erdboden gleichgemacht: Häuser aus der Zeit der Entstehungsgeschichte

Die Bündner Ortschaft Landquart verliert allmählich alle bauhistorischen Zeugen aus der Zeit der Entstehungsgeschichte. Sechs über 100 Jahre alte Häuser, in denen Bahnangestellte wohnten, wurden dem Erdboden gleichgemacht. Sie müssen neuen Bauten weichen.

Der Ortsteil Landquart ist heute grösser als der Gemeinde-Hauptort Igis. Die Entstehung verdankt Landquart der Eisenbahn. Seinen Ursprung erlebte der Ort als Bahnarbeiter-Siedlung, nachdem der Bahnhof am 1. Juli 1858 in Betrieb genommen worden war.

1889 wurde die Schmalspurbahn Landquart-Davos eröffnet, es entstand ein Umsteigebahnhof und Umschlagsplatz für Güter. Die sechs Häuser, die nun verschwunden sind, stammen aus der Zeit zwischen 1895 und 1901.

37 Ein- und Mehrfamilienhäuser wurden für Bahnangestellte insgesamt gebaut. Inzwischen ist fast nichts mehr von den Bauten übrig. Nach Angaben der Rhätischen Bahn stehen noch drei Gebäude aus der Zeit des Bahnbaus. Im Moment ist nicht geplant, sie abzubrechen.

Einladend zum Verweilen oder gar touristisch attraktiv wie andere Bündner Ortschaften war Landquart nie. Thomas Mann beschrieb das Dorf in seinem 1924 erschienenen Roman "Zauberberg" als "windige und wenig reizvolle Gegend".

Dem Aufschwung hat die wenig schmeichelhafte Umschreibung keinen Abbruch getan. Die Bähnler-Siedlung entwickelte sich vom Umsteigeort zum Verkehrsknotenpunkt und zum Industriestandort. Mit rund 7700 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Igis-Landquart inzwischen zur bevölkerungsmässig drittgrössten Bündner Gemeinde gewachsen.

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