Lärmschutz

Lärmschutz kommt viel billiger

Günstigerer Lärmschutz: Der Bau der Wände im Kappelerhof (im Bild im Roggebode) kostet statt geplanten 2,16 nun einiges unter 2 Millionen Franken. (Walter Schwager)

Lärmschutz Baden

Günstigerer Lärmschutz: Der Bau der Wände im Kappelerhof (im Bild im Roggebode) kostet statt geplanten 2,16 nun einiges unter 2 Millionen Franken. (Walter Schwager)

Die Lärmschutzwände an der Bahnlinie im Badener Kappelerhof sind erstellt – und kosten klar weniger als die budgetierten 2,16 Millionen. Dies zur Freude jener Privaten, die 300 000 Franken dazu beigesteuert haben.

Andreas Tschopp

Lang war er, der Kampf lärmgeplagter Anwohner aus Obersiggenthal für einen möglichst umfassenden Schutz vor dem Bahnlärm an der Strecke im Kappelerhof. Rund 15 Jahre hat es gedauert, bis die Lärmschutzwände auf einer Länge von insgesamt 2,5 Kilometern, teilweise beidseits der Bahnlinie, nun kürzlich nach rund einjähriger Bauzeit fertig gestellt werden konnten. Das Ergebnis lässt sich sehen - vor allem auch in finanzieller Hinsicht.

Volk musste nicht Stellung beziehen

Die vorerst provisorisch erstellte Abrechnung weist Gesamtkosten von einiges unter 2 Millionen Franken aus. Das sind nur unwesentlich mehr als die ursprünglich bewilligten 1,86 Millionen. So viel hatte der Obersiggenthaler Einwohnerrat Ende 2006 in einer zweiten Tranche (nach gut 1,14 Mio. zuvor) gesprochen, um Lücken im Lärmschutzprojekt der SBB zu schliessen. Als es an die Ausführung ging, zeigte sich dann plötzlich, dass 300 000 Franken zusätzlich nötig sind.

Dieser Zusatzkredit wurde Ende 2007 dem Einwohnerrat beantragt. Weil die Gesamtsumme 2 Millionen überstieg, wäre später auch noch eine Volksabstimmung nötig geworden. Da in dieser das Lärmschutzprojekt möglicherweise gefährdet gewesen wäre, ergriff der Badener Weinhändler (und Neuzuzüger in Obersiggenthal) Daniel Cortellini die Initiative, um die benötigte Summe von 300 000 Franken auf privater Basis aufzubringen. Nach Vorlage der entsprechenden Bankgarantie wurde der Antrag für einen Zusatzkredit im Einwohnerrat hinfällig und damit ebenso die Volksabstimmung.

Cortellini: «Wände gut - alles gut»

«Jetzt hab ich mir schon ein Denkmal gesetzt», erklärte Daniel Cortellini damals zu seiner ungewöhnlichen Geldsammelaktion, die auch von der Gemeinde begrüsst wurde. «Wände gut - alles gut» lautet sein Kommentar nun zur provisorischen Abrechnung, von der der Gemeinderat am Montag Kenntnis genommen hat. Es könne «davon ausgegangen werden, dass die von Privaten geleisteten Zahlungen von 300 000 Franken nur zum Teil ausgeschöpft werden müssen», heisst es in der Mitteilung dazu. Dies nimmt «Corti» erfreut zur Kenntnis, und er betont, dass es gerecht sei, dass sich privates Engagement so lohne.

Es gibt keine Kontrollmessungen

In der Mitteilung betont Obersiggenthal zudem, die Gemeinde verzichte auf Lärmschutzkontrollmessungen aus Kostengründen (20 000 Franken wären nötig) und wegen «extrem unterschiedlicher Lärmwahrnehmung».

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