GussSchuss
Lachmatt ist Volltreffer für Basler

Rund 700 Basler Schützen haben am Wochenende erstmals das Feldschiessen in der Lachmatt absolviert. Damit beginnt eine neue Ära.

Drucken
Teilen
ins Schwarze

ins Schwarze

bz Basellandschaftliche Zeitung

Jürg Gohl

Ein prächtiges historisches Plakat mit dem Schriftzug «Feldschützen» hier, ein eher zweckmässiger Karton mit der Aufschrift «BVB Schützen» da, diverse Standarten mit dem schwarzen Baslerstab dort: Es ist nicht zu übersehen, dass die Basler Schützen am Wochenende endgültig Einzug in die Lachmatt zwischen Muttenz und Pratteln gehalten haben. Statt der bisherigen fünf Baselbieter Vereine haben sich nun 13 Clubs dort eingenistet. Es herrschte drei Tage lang Hochbetrieb.

Offiziell sind sie zwar bereits Ende März in die bisherige Gemeinschaftsschiessanlage von Muttenz, wo die Anlage zum grössten Teil liegt, Pratteln und Birsfelden eingezogen. Doch nun sind auch die ersten gemeinsamen Schiesstage bereits Geschichte. Und erst recht Geschichte ist das zähe Ringen um eine gemeinsame, bikantonale Lösung. Diese musste gefunden werden nach der Vertreibung der Basler Schützen aus ihrem Paradies, der Anlage am Allschwiler Weiher, die tatsächlich nahe einem «Paradies» genannten Gebiet liegt.

Sogar das Bundesgericht musste sich zeitweise mit der geplanten Aufnahme der Basler Schützen in der Lachmatt befassen. Doch der Basler Regierungsrat Hanspeter Gass sprach am Samstag, als er die Schützen in Muttenz besuchte und bei dieser Gelegenheit seine eigene Treffsicherheit unter Beweis stellte, von einer Lösung, die «zukunftsorientiert» sei. SVP-Grossratspräsident Patrick Hafner hingegen sagt: «Persönlich hätte ich lieber weiter am Allschwiler Weiher geschossen.»

Gass aber hob die Vorzüge der neuen Heimat für die rund 300 lizenzierten Basler Schützinnen und Schützen hervor: Die Anlage ist gross und mit Auto und Tram ideal zu erreichen, dank der vom Allschwiler Weiher übernommenen Polytronic-Trefferanzeigen ist sie gut ausgerüstet, auch wenn dieses und nächstes Jahr noch beträchtliche Umbau- und Sanierungsarbeiten erledigt werden müssen. Und: Es werden in Muttenz und Pratteln keine direkten Nachbarn gestört. «Die alte Situation beim Allschwiler Weiher hätte ohnehin nicht mehr lange in die heutige Zeit gepasst», sagt Hanspeter Gass.

Vor dem Umzug hätte bei den Basler Schützen viel Überzeugungsarbeit geleistet werden müssen, erinnert sich Kreiskommandant Thomas Frauchiger. Offenbar hat sich der Aufwand ausbezahlt, die Schützen fühlten sich, wenn der Eindruck nicht täuscht, heimisch. «Es muss sich halt noch vieles einspielen», stellt Frauchiger fest.

Ganz reibungslos lief dieses erste bikantonale Feldschiessen der beiden Basel in der Lachmatt aber nicht ab. Die 25-Meter-Anlage im ehemaligen Birsfelder Schiessstand besteht erst als Provisorium, es war sogar von «leicht chaotischen Zuständen» die Rede. Josef Zimmermann, beim Kantonalschützenverein Basel-Stadt für das Feldschiessen verantwortlich, gewann den Eindruck: «Man nimmt es auf dem Land halt etwas gemütlicher.» Dass die Basler nicht nur in Dankbarkeit schwärmen, hat einen handfesten Grund: Sie mussten sich mit 750 000 Franken einkaufen.