Reigoldswil
Kunstwerke gegen die Missstände

In Reigoldswil soll ein runder Tisch zur dauernden Institution werden.

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Kunstwerke gegen die Missstände

Kunstwerke gegen die Missstände

bz Basellandschaftliche Zeitung

Darauf haben sich der Gemeinderat, die Schulleitung der Sekundarschule, der Jugendverantwortliche der Kantonspolizei, die Leitung des Jugendtreffs und die Streetworker nach den Vorkommnissen im vergangenen Sommer geeinigt.

Wie Gemeinderätin Annegret Schaub gegenüber der bz erklärt, habe das Verhalten von Jugendlichen, die sich im Bereich des Buswartehäuschens auf dem Dorfplatz aufhielten, in der Bevölkerung, aber auch bei Behördemitgliedern, Anlass zu Reklamationen gegeben. Der spontan einberufene runde Tisch mit dem Ziel, miteinander zu reden und so die Situation zu verbessern, sei bei allen Beteiligten auf Zustimmung gestossen.

Polizeiarbeit wird geschätzt

In der Folge wurde der zuständige Jugendverantwortliche der Kantonspolizei in den Klassenzimmern sowie in einigen Elternhäusern aktiv. Darauf, so Schaub, habe sich die Lage sichtlich beruhigt. Ob die Ruhe von Dauer oder auf die kalte Jahreszeit zurückzuführen ist, kann die Ratsvertreterin noch nicht abschätzen und meint: «Wenn es draussen wieder wärmer ist, wissen wir mehr.» Die Arbeit der Polizei schätzt sie hoch ein: «Herr Wenger versteht es, die jungen Leute so anzusprechen, dass sie sich nicht vor den Kopf gestossen fühlen.» Wenn der Polizist in Zivil klar machen kann, ein klärendes Gespräch unter vier Augen sei für die jungen Leute entschieden vorteilhafter als eine amtliche Einvernahme am Arbeitsplatz, dann sei schon sehr viel erreicht, sagt Schaub. Diesen Weg, betont sie, wolle man weiterverfolgen. Periodisch, je nach Bedarf, werde sie deshalb zum runden Tisch einladen.

Grosse Bedeutung misst Annegret Schaub auch dem Jugendtreff in der ehemaligen Beiz «Buurestübli» zu. Dieses Lokal hat die Gemeinde gemietet und mit dem einschlägigen Mobiliar wie Töggelikasten, Billardtisch und weiteren Einrichtungen ausgerüstet. Dort führt die Stiftung «Jugendsozialwerk des Blauen Kreuzes» die Aufsicht. Einige Erwartungen setzt die Reigoldswiler Bildungsministerin in das Projekt, das Bushäuschen nach den Vorstellungen der Jugendlichen auszugestalten: «Eigene Kunstwerke animieren wahrscheinlich weniger zum Versprayen als nackte weisse Wände.» (OG)