Kunst kollidiert in Wettingen

Auf dem Zentrumsplatz zeichnet sich ein Fest ab: «KunstKollision» mischt sich unter die Leute

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Kunst kollidiert in Wettingen

Kunst kollidiert in Wettingen

Vor aller Augen entsteht im Mai auf dem Zentrumsplatz in Wettingen Kunst. Der neue Verein «KunstKollision» bietet wenig bekannten Künstlern eine Plattform.

Corinne Rufli

«Sie sollen ihre Werke zeigen», sagt Chlaus Born. «Viele Künstlerinnen und Künstler verstecken sich in ihren Ateliers.» Born ist Gründungsmitglied des Vereins «KunstKollision», der zum Ziel hat, Kunst von noch wenig bekannten Kunstschaffenden an ein breites Publikum zu brin-
gen und deren Bekanntheitsgrad zu fördern. Gleichzeitig sollen Menschen auf eine entspannte Art mit Kunst in Berührung kommen.

Geboren wurde der Verein im Mai, nachdem Ramin Dänzer, Bildhauer in Birmenstorf, auf Born zukam, mit der Idee, gemeinsam ein Kunstprojekt zusammenzustellen. «Das hat mir den Ärmel gleich reingenommen», sagt Born. Voller Motivation hätten sie die Idee weitergedacht, bis das Projekt gestanden sei. Born würde sich freuen, wenn das Kunstwerk am Schluss an einem öffentlichen Ort in Wettingen ausgestellt würde.

Zwölf Teile, ein Gesamtwerk

Während einer Woche kann man auf dem Zentrumsplatz beobachten, wie Kunst entsteht. Beteiligt sind zwölf Einzelkünstler oder Künstlergruppen, die in ihrem eigenen Stil und ihrer Technik Werke kreieren, die zuletzt zu einem Gesamtkunstwerk zusammengefügt werden. «Wir hatten viele Ideen, einige haben sich als zu gross und zu schwierig in der Durchführung erwiesen», sagt Born, der für Planung und Organisation des Events zuständig ist. Einig waren sie in ihrem Projektthema: Wandel und Bewegung. «Dabei geht es um Zeit, Bewegungsraum, Lebenszyklus und Vergänglichkeit», sagt Born.

«Tortenstück» für Wettingen

Entstehen wird daraus ein kreisförmiges Objekt, das aus zwölf Dreiecken besteht. Das so genannte «Tortenstück» existiert erst in den Köpfen. «Die Kunstschaffenden sind völlig frei in der Gestaltung der Dreiecke», sagt Born. Bewusst wurden Künstler aus unterschiedlichen Kunstgattungen in das Projekt involviert: Graffiti-Künstler, Maler, Plastikerin, Goldschmiedin, Verpackungs-Designer. Sie bearbeiten Draht, Holz, Stoff, Stein oder andere Materialien.

Sound, Essen und Kunst

«Wir wollen die verschiedenen Kunstsparten untereinander vernetzen», so Born, der selber auch ein Dreieck beisteuert. Der 53-Jährige malt «fantastische Welten», wie er selber sagt. Tiere oder Menschen könne er nicht zeichnen. Seine Kunst sei irgendwo zwischen Hundertwasser und Niki de St. Phalle anzusiedeln. Als «völlig bunt und fröhlich» beschreibt er sie.

In zwölf Partyzelten werden die Kunstschaffenden im Mai von Montag bis Freitag an ihren Werken arbeiten. Der Samstag wird eigentlicher Höhepunkt, dann werden die Einzelteile zum Gesamtwerk vereinigt.

Täglich werde auf dem Platz ein Künstler-Menü gekocht und am Abend sei Apéro-Time mit Newcomer-Bands aus der Region. Ein Riesenprojekt also, das bestenfalls zu einem Fest wird, an dem man sich trifft und sich über Kunst freut.