Nürnburgring

Kult-Festival ist tot: Rock am Ring verlässt Standort und zieht um

Das Festival zieht nun im Streit ums Geld um (Archivbild)

Zuschauer vor der Hauptbühne bei "Rock am Ring"

Das Festival zieht nun im Streit ums Geld um (Archivbild)

Im Streit ums Geld verlässt das Musikspektakel Rock am Ring nach fast 30 Jahren seinen Standort in der Eifel. Das legendäre Festival mit Dutzenden internationalen Stars wird am kommenden Pfingstwochenende zum letzten Mal am Nürburgring stattfinden.

Nürburgs Ortsbürgermeister Reinhold Schüssler reagiert schockiert: "Das ist ein Schaden ohne Ende", sagte der Christdemokrat: "Für die Gemeinde ist das ein grosser Verlust, auch für die Region."

Der Grund für seine Empörung: Das Kultfestival Rock am Ring verlässt im Streit ums Geld nach fast 30 Jahren seinen Standort in der Eifel am Nürnburgring. Das legendäre Festival mit Dutzenden internationalen Stars wird am kommenden Pfingstwochenende zum letzten Mal am Nürburgring stattfinden.

Die neuen Betreiber des Geländes hätten den Vertrag gekündigt, sagte Veranstalter Marek Lieberberg am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: "Es wird die letzte Veranstaltung dort sein"

Rock am Ring, das im kommenden Jahr seinen 30. Geburtstag feiert, werde ab 2015 an einem anderen Ort fortgesetzt. Wo das Spektakel künftig über die Bühne gehen werde, stehe noch nicht fest. "Das Zwillingsfestival Rock im Park ist von dieser Entscheidung nicht betroffen", hiess es bei der Lieberberg-Konzertagentur.

Der neue Betreiber der Eifel-Rennstrecke, der Autozulieferer Capricorn, kündigte für 2015 ein neues Rockfestival mit einem anderen Veranstalter und unter anderem Namen an.

Inhaltlich werde es keine Änderungen geben, sagte Nürburgring-Geschäftsführer Carsten Schumacher. Sein Unternehmen habe mehr Geld gefordert: "Der Anteil am Gewinn war unzureichend."

"Autozulieferer als Festivalveranstalter"

"Ich kann mich eines gewissen Schmunzelns nicht enthalten, dass ein Autozulieferer glaubt, dass er ein Festival auf die Beine stellen kann", erklärte Lieberberg: "Das ist aus meiner Sicht das Ende des Nürburgrings als Musik-Veranstaltungsstätte, wenn die das jetzt in die Hand nehmen. Wir haben in 30 Jahren eine Marke aufgebaut."

Der Nürburgring musste 2012 Insolvenz anmelden, nachdem die SPD-Regierung in Rheinland-Pfalz am Nürburgring einen zu gross geratenen Freizeitpark für rund 330 Millionen Euro hatte bauen lassen. Nach der Insolvenz flossen Millionen Euro an Steuergeld. Im März erhielt schliesslich Capricorn den Zuschlag für die Übernahme.

Lieberberg sagte, die Forderung des neuen Betreibers sei wirtschaftlich nicht vertretbar. Auf Betreiberseite herrschten "sehr abenteuerliche Vorstellungen". Verlangt worden sei nochmals etwa 25 Prozent mehr Anteil. Dabei sei der Nürburgring bereits die teuerste Veranstaltungsstätte im Bundesgebiet.

Nürburgs Ortsbürgermeister schockiert

Lieberberg sagte, Rock am Ring werde 2015 zur gleichen Zeit stattfinden. Wo, sei noch nicht klar. Es gebe ungefähr ein halbes Dutzend Optionen, die derzeit geprüft würden, darunter der Lausitzring in Brandenburg. Der Hockenheimring in Baden-Württemberg sei nicht die erste Überlegung.

Vergangenes Jahr kamen zu Rock am Ring 87'000 Besucher und 80 Bands in die Eifel.

Meistgesehen

Artboard 1