Aarau
«Krone» sucht Käufer

Die Genossenschaft Krone sucht für ihre Liegenschaft in der Aarauer Altstadt einen neuen Eigentümer. Allerdings nicht über eine öffentliche Ausschreibung, sondern über «bilaterale Verhandlungen», erklärt Präsident Urs Vogel.

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«Krone» sucht Käufer

«Krone» sucht Käufer

Hermann Rauber

Die Genossenschaft will Aarauer Altstadthaus veräussern. Man will damit einen Schlussstrich unter die jahrelange Finanzakrobatik ziehen, ohne das besondere Cachet des Restaurants preiszugeben. Erwünscht ist also ein Investor, der nicht nur die monetären Verpflichtungen, sondern auch den noch bis Ende 2012 geltenden Pachtvertrag für die «Krone» übernimmt und langfristig weiterführt.

Der Kaufpreis für das Aarauer Altstadthaus liegt fix bei 2,5 Millionen Franken. Damit könnten mindestens die Bankkredite und privaten Darlehen zurückbezahlt werden. Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter hingegen dürften praktisch leer ausgehen und müssen ihren Einsatz für eine gute Sache wohl abschreiben. Laut Urs Vogel zählt die Genossenschaft Krone im Moment noch rund 280 Mitglieder, von denen aber nur noch eine Handvoll mit Herzblut die ursprüngliche Fahne hochhält.

«Primär geht es uns um den Erhalt des Restaurants im Parterre und im ersten Stock», betont Vogel. Dieses läuft seit der Übernahme durch die jetzige Pächterin, die «ErlebnisKrone GmbH», im Jahre 2004 ausgezeichnet. Man will also den weltoffenen, multikulturellen und ökologisch nachhaltigen Geist des Hauses auch unter neuen Besitzverhältnissen unbedingt erhalten.

Bis nächsten Sommer unter Dach

Schuld an der Suche nach einer neuen Eigentümerschaft sind die finanziellen Altlasten, die sich durch hohe Investitionen und teilweise durch betriebliche Turbulenzen zu Beginn des neuen Jahrtausends aufgetürmt haben. Das finanzielle Debakel zeichnete sich bereits Ende 2001 ab, als erstmals ein Liquiditätsengpass drohte. Damals lehnte eine ausserordentliche Versammlung der Genossenschafter den Verkauf der Liegenschaft Kronengasse 5 und die Auflösung der Trägerschaft noch ab. Heute hat die Meinung gekehrt, «niemand ist mehr willens, mitzuarbeiten», stellt Urs Vogel fest. Das zeigt auch die Tatsache, dass sich die Stimmen mehren, die ihr Geld zurückhaben wollen. Der Vertrag mit einem neuen Eigentümer der historischen «Krone» soll laut dem Präsidenten der Genossenschaft «bis im Sommer dieses Jahres unter Dach und Fach sein».