Kritik am neuen Computerkonzept

Die Dietiker Lehrerschaft wird derzeit auf das neue Computerkonzept geschult. Doch in die Zufriedenheit bei den bereits angeschlossenen Primarschulhäusern mischt sich auch harte Kritik eines Lehrers der Oberstufe.

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Limmattaler Zeitung

Matthias Kessler

«Beim näheren Hinschauen ist das Konzept enorm teuer, sehr starr und enthält Lücken»: Die Kritik von Sekundarlehrer Pierre Zehntner aus dem Schulhaus Luberzen fällt happig aus. Vor kurzem war seine Schuleinheit über die Umsetzung des neuen Computerkonzepts an der Schule Dietikon informiert worden.

Update

Computerkonzept Das Dietiker Stimmvolk hiess 2008 mit 60,8 Prozent Ja-Stimmen das Computerkonzept für die Schule gut; damit fand eine acht Jahre dauernde Diskussion ihren Abschluss. Man entschied sich auf Antrag der Schulpflege für das in der Stadt Zürich bereits erprobte Konzept «Kits for Kids», von der Organisation und Informatik Stadt Zürich erarbeitet. Unter anderem beinhaltet es die Installation von zwei Computern pro Unterrichtszimmer; zusätzliche Computer werden pro zehn Schüler eingerichtet. Jedes Klassenzimmer erhält einen Schwarz-Weiss-Drucker. Die Kosten betragen einmalig 2,18 Millionen Franken, jährlich wiederkehrend 527 000 Franken. (mke)

Mit den neuen Computern, der neuen Software, die in den ersten Monaten des nächsten Jahres eingeführt werden sollen (siehe dazu das Update), werde das «Luberzen», wie auch das «Zentral», schlechter ausgerüstet sein als vorher, so Zehntner. Geräte im Wert von mehreren 10 000 Franken würden stillgelegt - «und das bisher sehr gut funktionierende physische Netzwerk der beiden Schulhäuser wird mit teuren baulichen Massnahmen ersetzt». Programme, mit denen man bislang gut gearbeitet habe, könne man nun nicht mehr verwenden, und wenn man etwas auch nur leicht ändern wolle, habe man praktisch keine Möglichkeit, dies zu tun.

Lob aus der Primarschule

Noch etwas anderes scheint Zehntner merkwürdig: dass für das Geschäft keine öffentliche Ausschreibung gemacht wurde - ein Geschäft in Millionenhöhe. Immerhin seien die Schuleinheiten ihrerseits verpflichtet, bei Beschaffungen im Wert von über 1000 Franken zwei bis drei Offerten einzuholen.

Bei der Schulpflege ist man ob der Kritik nicht erstaunt: Es habe bei den Gesprächen in den Oberstufenschulen Luberzen und Zentral kritische Fragen gegeben, wobei man das meiste zufriedenstellend habe beantworten können, erklärt Christoph Schätti, bei der Schulpflege für das Computerkonzept zuständig. Man liege, so Schätti, gut im Zeitplan, die Primarschulhäuser seien bereits am Netz. Und von da bekomme er «nur Lob zu hören», so Schätti.

Über 4000 Rechner am Netz

In den Primarschuleinheiten habe es bislang keine IT-Infrastuktur gegeben, hält Schätti weiter fest, während man in den Oberstufen eine aufgebaut habe, «mit sehr viel Herzblut und viel Freizeitarbeit». Zudem sei es natürlich so, dass kleine, eigenständige Informatiknetze flexibler seien als solche, an die weit mehr Geräte angeschlossen würden und deren Wartung aus der Ferne erfolge - dafür brauche es standardisierte Vorgaben, für Soft- und Hardware. Immerhin seien am neuen Netz mehr als 4000 Computer angeschlossen, und dieses Netz werde während 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche gewartet. Übers Gesamte gesehen sei die neue Infrastruktur für die Schule ein Gewinn. «Etwas Besseres konnte sich Dietikon gar nie wünschen», erklärt Schätti weiter.

Die Informatikkommission der Schulpflege sei von der Geschäftsprüfungskommission des Parlaments bei der Evaluation eines Computerkonzepts aufgefordert worden, sich «an die Stadt Zürich anzuhängen», meint Schätti zum Vorwurf, keine Submission durchgeführt zu haben. Nur diese Lösung sei von den politischen Instanzen bewältigbar gewesen. Sie hätten keine Wahl gehabt, sondern den langen «Leidensweg der Dietiker Informatik beenden und flächendeckend eine tolle Informatik-Lösung» anbieten wollen.

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