Nächstenliebe

Krise kann Spendenfreudigkeit der Schweizer nichts anhaben

Schweizer sind wegen der Krise solidarischer - hier Solidaritätsaktion der Caritas (Archiv)

Schweizer sind wegen der Krise solidarischer - hier Solidaritätsaktion der Caritas (Archiv)

Trotz Wirtschaftskrise spenden die Schweizer mit vollen Händen: Die Hilfswerke verzeichnen überdurchschnittliche Ergebnisse. Die Spendenfreudigkeit sei weniger vom Geldbeutel als von ethischen Motiven abhängig, heisst es bei den gemeinnützigen Organisationen.

Helvetas erwartet ein Rekordjahr, wie Mediensprecher Matthias Herfeldt auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Schätzungsweise fielen die Spenden zwei bis drei Prozent höher aus als im Vorjahr. 2008 verbuchte Helvetas mit 14,95 Millionen Franken das bisherige Spitzenergebnis.

Das drittbeste Spendenergebnis der letzten zehn Jahre meldet die Caritas. Mit 26 Millionen Franken übetreffen die Spenden jene des Vorjahres um rund 13 Prozent, wie Sprecher Odilo Noti sagte.

"Erfreulich" fällt die Bilanz beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) aus. Die Organisation erhielt 2009 rund 25 Millionen Franken, wie Sprecher Beat Wagner erklärte. Damit stiegen die Spenden gegenüber dem Vorjahr um drei Millionen Franken. Generell halte damit der positive Trend der letzten Jahre an: Die Spenden stiegen jeweils leicht an. Ein Vergleich sei jedoch generell schwierig.

Die Leute spendeten nicht trotz, sondern gerade wegen der Krise gern, stellte der Helvetas-Sprecher fest: Die Wirtschaftskrise erhöhe die Solidarität in der Bevölkerung. "Wer selbst nicht von der Krise betroffen ist, spendet noch grosszügiger", sagte er.

Von einer "alten Erfahrung" spricht Noti von der Caritas. Als moralisches Prinzip sei das Spenden nicht von der Konjunktur abhängig. "Die Schweizer haben noch genug, um zu spenden", konstatierte SRK-Sprecher Wagner. Auch das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Spenden sei vorhanden.

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