Lilly-Anne Brugger

Lange war nicht klar, was mit der denkmalgeschützten, aber stark sanierungsbedürftigen Villa Kym in Möhlin geschehen soll. Einmal hätte eine Gehörlosenschule in die Villa einziehen sollen, dann wurde das alte Gemäuer zeitweise als Notunterkunft genutzt und später an verschiedene Parteien vermietet. Nun ist aber klar: Die Villa Kym soll Teil des Seniorenzentrums 2020 werden und die Spitex und eine Alterswohngemeinschaft beherbergen - zumindest vorerst. Falls die Spitex Wegenstettertal/Schupfart und die Spitex Möhlin miteinander fusionieren, würde die Spitex beide Etagen der Villa Kym beanspruchen. Die Gemeindeversammlung sprach im letzten Jahr einen Kredit, um einen Studienauftrag zur Sanierung der Villa Kym durchzuführen.

Nasszellen auf der Terrasse

Die Vorschläge der Architekten-Arbeitsgemeinschaft von Castor Huser und dem Architekten-Team Gassner und Rossini überzeugten die Jury. «Erstaunlicherweise waren auch die Vertreter der Denkmalpflege auf Anhieb mit den Vorschlägen einverstanden», erklärt Christoph Haller. Er betreute im Namen des Büros für Raumplanung Hesse + Schwarze + Partner den Wettbewerb rund um den Studienauftrag zur Sanierung der Villa Kym.

Die Zustimmung der Denkmalpflege zum Projekt von Huser/Gassner/Rossini ist deshalb erstaunlich, weil die Architekten vorschlagen, zwei Nasszellen auf die Terrasse zu stellen. Den Architekten schweben dabei zwei Boxen aus Metall vor, die mit dem bestehenden denkmalgeschützten Gebäude verbunden sind. Mit diesem Trick erhält jedes der vier Zimmer in der Alterswohngemeinschaft einen direkten Zugang zu einem Badezimmer. Gleichzeitig können auch im Innern der Villa die Räume zu einem grossen Teil so belassen werden, wie sie bisher waren. «Die Denkmalpflege stimmte diesem Projekt auch zu, weil es am wenigsten Eingriffe in die bestehende Bausubstanz verlangt», so Christoph Haller.

Konzeptioneller Kniff überzeugte

Die Jury überzeugte nicht nur die Idee der Badezimmer-Boxen, sondern auch ein konzeptioneller Kniff, den die anderen beiden Teams nicht präsentierten: Obwohl laut Ausschreibung die Spitex im Hochparterre und die Alterswohngemeinschaft im ersten Stock geplant waren, drehten Huser/Gassner/Rossini dieses Konzept um und brachten die Alterswohngemeinschaft im Hochparterre unter. So kann die Terrasse von den Bewohnern der Alterswohngemeinschaft benutzt werden.

«Die anderen Projekte haben keinen vergleichbaren Bezug zum Aussenraum», zieht Haller Bilanz. Ausserdem überzeugten Huser/Gassner/Rossini auch mit einem durchdachten Vorschlag im Untergeschoss. Als einziges der drei Teams fand die Architekten-Arbeitsgemeinschaft eine Möglichkeit, das ganze Untergeschoss ohne Rampen oder Treppenlift rollstuhlgängig zu machen.