Kraftwerk

Kraftwerk arbeitet ohne Konzession

Kraftwerk produziert ohne Konzession

Kraftwerk produziert ohne Konzession

Weil die Konzession abgelaufen war, hätte das Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt (KRS) vom Netz gehen müssen. Die neue Konzession ist noch nicht in Kraft. Nun wird der Betrieb nur bis zum Ablauf dieses Jahres von den Behörden geduldet.

Peter Rombach

Trotz allen Widrigkeiten fliesst der Strom weiter. Das Verfahren erscheint schwieriger als erahnt. Bereits im Februar 2007 wurde das Gesuch um Konzessionserweiterung bei den Behörden beidseits des Rheins eingereicht. Die öffentliche Auflage fand dann im Herbst desselben Jahres statt, Einsprachen konnten im September und Oktober 2008 behandelt werden.

«Ende September 2009 haben wir den lange erwarteten Konzessionstextentwurf erhalten», bestätigt Fust die Chronologie und hofft, dass sich in den nächsten Monaten etwas bewegt und im «einstufigen Verfahren» dann Konzession und Baubewilligungen für Umweltprojekte eintreffen, damit Ryburg-Schwörstadt auch in den nächsten sechzig Jahren elektrische Energie liefern kann. Auf der Basis der alten Konzessionen (im März 1927 auf
83 Jahre vergeben) darf das Kraftwerk nur noch bis zum 31.Dezember 2010 weiterlaufen.

Immerhin handelt es sich um eine Anlage mit einer installierten Leistung von total 120 Megawatt. Dies bedeutet, dass Rhyburg-Schwörstadt heute noch als das leistungsfähigste Flusskraftwerk in der Schweiz gilt. Resultierend insbesondere aus der Tatsache, dass Rheinwasser aus 12 Meter Höhe auf die Turbinen fällt und so eine hohe Energieausnutzung bewirkt.

Im vergangenen Geschäftsjahr konnten 747 Gigawattstunden Strom verkauft werden. Dieser Wert liegt laut Geschäftsführer Fust um 2,2 Prozent unter dem 30-jährigen Mittel von 763,5 Gigawattstunden. Der mittlere Jahresabfluss des Rheins lag mit 951 Kubikmeter pro Sekunde um 10 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt von 1062 Kubikmetern.

Erschwerend für das KRS wirkt sich ein neuer Vertrag aus, denn seit 1.März 2010 müssen 23Prozent des erzeugten Stroms entschädigungslos an den Kanton Aargau als Konzessionsgeber geliefert werden. Und der bekommt ausserdem noch jährlich einen Zins für die Wassernutzung in Höhe von rund 4 Millionen Franken.

Dass Umwelt- und Naturschutz weiterhin hohen Stellenwert einnehmen, verdeutlicht eine andere Zahl: In den nächsten Jahren will das Unternehmen laut Fust rund 20 Millionen Franken in «Ausgleichsmassnahmen» investieren. Einerseits im Bereich des Stauraums bis etwa zum Campingplatz Mumpf und zur Wehrmündung, andererseits in ein 1,3 Kilometer langes Umgehungsgewässer – geplant neben den Schaltanlagen auf deutscher Rheinseite.

Meistgesehen

Artboard 1