Kopfgeld auf jugendliche Vandalen ausgesetzt
Kopfgeld auf jugendliche Vandalen ausgesetzt

Zum wiederholten Mal wurde in Recherswil beim Bushäuschen randaliert. Gemeindepräsident Hardy Jäggi hat davon genug. Er setzt auf Disziplin und auf ein «Kopfgeld» auf die Ergreifung von jugendlichen Vandalen.

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Solothurner Zeitung

Christof Ramser

Eingeschlagene Schaukästen, versprayte Wände, Abfall auf dem Boden und ein verstopftes Schlüsselloch. In Recherswil ist jugendlicher Vandalismus kein neues Phänomen. Immer wieder kommt es in der Gemeinde zu Sachbeschädigungen (wir berichteten), früher vermehrt bei der Igu-Halle, seit der dortigen Videoüberwachung hat sich das Problem etwas verlagert. «Im Sommer treffen sich die Jugendlichen oft auf dem Schulhausplatz, bei schlechtem Wetter im Bushäuschen auf dem Dorfplatz», weiss Gemeindepräsident Hardy Jäggi.

Seit längerem ärgert er sich über die versprayten Wände und hat deshalb im Gemeinderat angeregt, das Häuschen professionell bemalen zu lassen. Zudem werden demnächst nach wiederholter Beschädigung die Schaukästen demontiert. «Aber das heisst noch lange nicht, dass diese zusammengeschlagen werden können», sagt Jäggi. In der Silvesternacht wurde beim Bushäuschen eine Scheibe eingeschlagen, ein Gartenzaun sowie ein Verkehrssignal beschädigt, wie Urs Eggenschwiler von der Kantonspolizei Solothurn bestätigt. Nach einer Meldung aus der Anwohnerschaft war die Polizei nach 23 Uhr vor Ort. Angetroffen hat sie dort aber niemanden mehr.

«Sind keine Lausbubenstreiche mehr»

Auf die Palme bringt den Gemeindepräsidenten ein weiterer Vorfall vor einigen Wochen in den WC-Anlagen vor der Igu-Halle. «Nach meinen Informationen lag dort ein grosser Haufen (menschlicher) Kot am Boden und die Wände waren damit verschmiert. Als Lausbubenstreich kann man das nicht mehr bezeichnen.» Nun ergreift Jäggi die Initiative und setzt für Hinweise zur Ergreifung der Täter aus der Silvesternacht eine Belohnung von 500 Franken aus. «Es reicht jetzt», so die Überschrift eines Briefs, den er an die Wand des Bushäuschens geklebt hat.

Jäggi will alles daran setzen, dass die Täter bestraft werden und für die Schäden aufkommen müssen. «Und wenn das nicht weiterhilft, werden wir uns im Gemeinderat Gedanken über Rayonverbote, Wegweisungen und andere Massnahmen machen.» Früher habe man auf frischer Tat ertappte Jugendliche zum Putzen verdonnert und von weiteren Konsequenzen abgesehen. «Aber die Zeiten, in denen wir ein Auge zugedrückt haben, sind jetzt vorbei.»

Appell an die Disziplin

Die Extremvariante sei, das Bushäuschen über Nacht mit einem Gitter abzuschliessen. Ob die Massnahmen juristisch überhaupt umsetzbar sind, weiss Jäggi nicht - aber irgendwann müsse man ein Zeichen setzen. Jäggi macht weiter klar, dass er nicht alle Jugendlichen in die gleiche Schublade stecken will. Sprüche wie «die heutige Jugend macht nur Ärger» werde man von ihm nicht hören. Er fordert die «anständige Mehrheit» der Jugendlichen auf, die Übeltäter zu disziplinieren und zu melden - damit nicht alle in einen Topf geworfen würden. «Schafft ihr das nicht, müsst ihr euch nicht über die Gemeindebehörden und die Polizei beklagen, wenn diese handeln und ihr dann die Leidtragenden seid.» Zwar steht in Recherswil im Turnus mit Obergerlafingen jeweils am zweiten und vierten Freitag im Monat ein Raum zur Verfügung, in dem sich Jugendliche treffen können. «Die Öffnungszeiten reichen wohl nicht», sagt Jäggi. Doch er fügt hinzu, dass die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde beschränkt seien.

In der ersten Ratssitzung am 14. Januar will der Gemeindepräsident die Diskussion über Konsequenzen anstossen, konkrete Schritte seien dann aber noch nicht zu erwarten.