Lebensmittel

Konsumentenschutz fordert Warnung vor synthetischen Farbstoffen

Buntes Schleckzeug soll Warnhinweis tragen (Symbolbild)

Buntes Schleckzeug soll Warnhinweis tragen (Symbolbild)

Grellbunt gefärbte Schleckwaren können Farbstoffe enthalten, die im Verdacht stehen, die Gesundheit zu schädigen. In der EU müssen sie deshalb ab Dienstag einen Warnhinweis tragen. Schweizer Konsumentenschützer möchten, dass die Schweiz gleichzieht.

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) sowie ihre Westschweizer und Tessiner Partnerorganisationen liessen insgesamt 55 bei Schweizer Detailhändlern gekaufte Produkte testen, wie sie am Montag mitteilten. 19 dieser Produkte enthielten Azofarbstoffe oder Chinolingelb.

Warnung ab Dienstag

In der EU müssten solche Produkte ab dem (morgigen) Dienstag mit dem Warnhinweis "Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" versehen werden. Die Schweizer Behörden dagegen hielten einen solchen Hinweis für unnötig, obwohl er nach dem Vorsorgeprinzip folgerichtig sei, kritisierten die Organisationen.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wies die Kritik zurück. Auf Grund der fehlenden wissenschaftlichen Gewissheit könne ein solcher Hinweis in der Schweiz nicht eingeführt werden, teilte das Bundesamt mit. Die Hersteller könnten aber freiwillig Hinweise anbringen.

Britische Forscher hatten laut BAG künstliche Farbstoffe mit der Hyperaktivität von Kindern in Verbindung gebracht. Die europäische Lebensmittelbehörde habe jedoch keinen solchen Zusammenhang festgestellt. Sie leitete aber eine wissenschaftliche Neubewertung aller Farbstoffe ein.

Bunt und auffällig verpackt

Bunte, auffällig verpackte und häufig mit Comic-Figuren beworbene Schleckwaren sprächen in erster Linie Kinder und Jugendliche an. Diese seien eine sensible Konsumentengruppe. Nach Meinung der Konsumentenschützer wäre ein Verbot der Farbstoffe sinnvoll.

Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb synthetische Farbstoffe eingesetzt würden, solange sie in Verdacht stünden, die Gesundheit zu beeinträchtigen", wurde SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder im Communiqué zitiert. Die Hersteller könnten auf natürliche Farbstoffe umsteigen.

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