Sprötzegruppe

Kommando: «Sprötze Bettwil, Wasser marsch!»

Muskelkater garantiert: Mit vereinten Kräften versucht die Bettwiler «Sprötzegruppe», die fast 150-jährige Handdruckspritze richtig zu bedienen.

Sprötzegruppe

Muskelkater garantiert: Mit vereinten Kräften versucht die Bettwiler «Sprötzegruppe», die fast 150-jährige Handdruckspritze richtig zu bedienen.

Eine zehnköpfige Gruppe von Feuerwehrleuten erweckt mit einer alten Handdruckspritze die Geschichte zum Leben.

Graziella Hartmann

Die Kühe an der Brunnäckerstrasse in Bettwil wurden kürzlich Zeugen eines besonderen Schauspiels: Zehn Männer und Frauen zogen eine rund 150 Jahre alte Handdruckspritze hinter sich her. «Das ist aber noch kein Gleichschritt», korrigiert Peter Nietlisbach, der anhand eines Reglements von 1860 die Befehle gibt. Gelächter ist die Antwort.

Nietlisbach doppelt nach: «Versucht mal links, links, links.» Die Feuerwehrleute werden ruhig, denn die Spritze hat trotz überschaubarer Grösse ein ordentliches Gewicht. Für das Wendemanöver braucht es die Parkplätze rechts und links der Strasse, bevor es vor dem Feuerwehrmagazin schliesslich heisst: «Feststellen und besammeln.»

Der Wassertank soll befüllt werden. Was um 1800 die Löscheimer der einzelnen Haushalte leisteten, übernimmt an diesem Abend der Gartenschlauch. In Zweiergruppen rechts und links der Druckstangen stellen sich die Feuerwehrleute bereit. Auf den Befehl «Sprötze Bettwil, Wasser marsch!» wird gepumpt, was die Spritze hergibt.

Pflanzen giessen mit alter Spritze

Wasser spritzt - aber nicht aus dem Schlauchende, sondern am Anschlussstutzen in der Mitte des Wagens, wo er montiert ist. «Immer weiter, erst muss der Stoff nass sein, dann geht das schon», motiviert Nietlisbach. «Bis dahin sind wir auch nass», stellt Romana Pitsch fest. Dazu kommt es nicht, nur einen Augenblick später kann Kaspar Kottmann mit dem Schlauch den Durst der Pflanzen auf dem Bord der Gassäckerstrasse stillen.

Auf den Gesichtern macht sich die Faszination breit, dass die Handdruckspritze von 1863 noch so tadellos funktioniert. «Und genau diese Eindrücke möchten wir weitergeben», erklärt Peter Nietlisbach. «Aus diesem Grund hat sich die ‹Sprötzegruppe› zusammengetan, um die historischen Geräte zu erhalten und sie im Einsatz zu zeigen, sei das an Festen oder an Wettkämpfen.»

Der Gemeindeammann betont, es handle sich dabei nicht um einen Verein. «Wir haben die Struktur bewusst offen gehalten, damit die Teilnehmenden sich nicht irgendwann gezwungen fühlen könnten.»

Weitere Mitglieder gesucht

25 aktive und ehemalige Feuerwehrleute haben sich so zusammengefunden. «Wir würden uns freuen, wenn noch ein paar dazukommen», sagt Kaspar Kottmann, Kopf des Leitungsteams. «Interessenten können sich unter 078 816 01 18 direkt an mich wenden.» Oder sie schauen sich den ersten Einsatz der Bettwiler «Sprötzegruppe» am 27. Juni am Jugendfest Meisterschwanden an.

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