Die 22-Jährige bedankte sich in einer öffentlichen Erklärung überschwänglich beim König, den sie als "gütigen Vater" bezeichnete. Wenige Stunden vor der Begnadigung durch den greisen Monarchen hatte der Staatsanwalt noch eine härtere Bestrafung der 22 Jahre alten Journalistin gefordert und Berufung angekündigt.

Die Frau war angeklagt worden, nachdem sie an einer TV-Produktion für den arabischen Fernsehsender LBC mitgewirkt hatte, in der ein Mann über sein ausschweifendes Sexleben sprach. Der 32 Jahre alte Mann, ein geschiedener Vater von vier Kindern, wurde dafür inzwischen zu fünf Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt.

Die saudische Journalistin war jedoch formal nicht wegen des Inhalts der Sendung verurteilt worden, sondern weil sie mit einem Sender kooperiert hatte, "der in Saudi-Arabien über keine richtige Akkreditierung verfügt".

Schon vor der Urteilsverkündung hatte sie nach eigenen Angaben Morddrohungen erhalten. Sie betonte jedoch, sie habe alle Hilfsangebote von Journalistenorganisationen und Menschenrechtsgruppen ausgeschlagen, um "dem Ansehen von Saudi-Arabien nicht zu schaden".

Im Dezember 2007 hatte König Abdullah bereits ein Urteil gegen eine saudische Frau aufgehoben, das international harsche Kritik hervorgerufen hatte. Damals begnadigte er eine 19-Jährige, die erst von sieben Männern vergewaltigt und dann zu 200 Peitschenhieben verurteilt worden war.