Röschenz

Koch und Sabo feiern gemeinsam

Von historischem Wert: Bischof Kurt Koch betet während der Firmmesse in der Röschenzer St. Anna-Kirche – rechts neben ihm Pfarrer Franz Sabo. (Bild: Juri Junkov)

Sabo

Von historischem Wert: Bischof Kurt Koch betet während der Firmmesse in der Röschenzer St. Anna-Kirche – rechts neben ihm Pfarrer Franz Sabo. (Bild: Juri Junkov)

Gemeinsam mit Pfarrer Sabo firmte Bischof Koch in Röschenz zwölf Jugendliche. Was vor einem Jahr noch undenkbar schien, berührte gestern Morgen mehr als 200 Kirchenbesucher.

Jürg Jeanloz

Feierlicher Einmarsch der zwölf Firmlinge, der Messdiener und - hinter ihnen - Bischof Kurt Koch und Pfarrer Franz Sabo. Die Jugendlichen teils in festlicher Kleidung, Koch in rot mit Stab und Mitra, Sabo in cremefarbenem Gewand mit roter Stola. Er sehr berührt, dass Bischof Koch nach Röschenz gekommen sei, sagt Sabo zu Beginn des gemeinsamen Gottesdienstes in der Röschenzer Dorfkirche.

Später sagt Kirchenratspräsident Holger Wahl: «Vor einem Jahr hätten wir uns nie träumen lassen, dass ein solches Wunder möglich wäre». Man müsse manchmal dem Glück etwas nachhelfen, aber der Frieden beweise, dass die Gemeinde lebe. Sabo habe seine Exis- tenz für die Kirchgemeinde aufs Spiel gesetzt, Koch habe das Ruder herumgerissen und Mut zum Frieden gezeigt. Zum Dank schenkt er den beiden einen Rosenstrauss. Die Gäste sind gerührt und applaudieren heftig. «Wenn die Rosen nicht Dornen hätten, würde man sie schon lange als Gemüse verkochen», kalauert Koch am Schluss der Messe.

Das Leben als Wanderung

Doch zuvor steht die Firmung der zwölf Röschenzer Jugendlichen im Vordergrund. Gutgelaunt und lächelnd fragt sie Sabo vor 200 Gottesdienstbesuchern, worauf es im Leben ankomme und er lässt sie auch gleich zu Wort kommen. Gute Freunde besitzen, Vertrauen in die Erwachsenen haben oder das Leben so gestalten, wie man es erwartet, sind einige Antworten.

Das Leben sei wie eine Wanderung, auf der man immer wieder an eine Wegscheide komme, beginnt der Bischof seine Predigt. «Vielfach entscheidet die Richtung, die ihr einschlagt, eure Zukunft», wendet er sich an die Firmlinge. Wichtig sei auch ein Beistand und Ratgeber - und der präsentiere sich heute als Firmgotte oder -götti. «Glaubt an Gott, dann seid ihr nie allein», rät er den jungen Leuten. Sabo ruft die Firmlinge nach vorne. Sie stellen ihren Firmgötti vor und rezitieren ihren Bibelspruch. «Viele haben die Stimme Gottes miss- achtet und dann Schiffbruch erlitten», sagt Stefan und stellt vor den Bischof.

Ein kräftiges Halleluja ertönt vom Gymichor, zum Rhythmus wird heftig geklatscht. Koch und Sabo flüstern einander etwas zu, sie zelebrieren die Messe, als wäre nie etwas geschehen. Koch etwas ernster, Sabo aufgeräumt und in bester Stimmung.

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