Knigge-Tipps für Jugendliche

Der Elternverein Gipf-Oberfrick (EVGO) organisierte einen Knigge-Kurs für Jugendliche unter fachkundiger Leitung von Françoise Dubs, zertifizierter Knigge-Fachfrau.

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Aargauer Zeitung

Nadine Böni

Es ist Mittwochnachmittag, der einzige schulfreie Nachmittag für viele Schüler. Zudem scheint die Sonne, es ist angenehm warm. Trotzdem versammeln sich elf Jugendliche im Alter zwischen 11 und 16 Jahren drinnen. Genauer im Restaurant Rössli in Gipf-Oberfrick. Dort nehmen sie an einem Knigge-Kurs teil. Françoise Dubs, zertifizierte Knigge-Fachfrau, wird den Jugendlichen einen Nachmittag lang alles Wichtige zu Tischmanieren und modernen Umgangsformen in der Öffentlichkeit beibringen.

Unter den elf Teilnehmenden sind nur zwei Jungen. Dieses Phänomen kennt Françoise Dubs auch vom Ferienspass in Rheinfelden, wo sie ebenfalls Knigge-Kurse gibt. Tendenziell würden mehr Mädchen als Jungen teilnehmen, die Jungen seien in diesem Bereich wohl etwas gehemmter, vermutet Dubs. «In den letzten Jahren ist es aber immer ausgeglichener geworden», erklärt sie. Als Erstes fragt Françoise Dubs, wer sich denn freiwillig für den Kurs angemeldet habe. Zwei Mädchen heben scheu die Hand, alle anderen grinsen peinlich berührt. Sie sind von ihren Eltern angemeldet worden. Françoise Dubs stellt klar: «Ihr macht das für euch, nicht für mich und nicht für eure Eltern.»

Positiver Eindruck

Die Kursleiterin erklärt, wie sich die Jugendlichen in Gesellschaft richtig verhalten, wie sie einen positiven Eindruck hinterlassen, mit anderen Menschen umgehen sollten. «Man sollte den anderen so behandeln, wie man selber behandelt werden möchte. Mit Respekt und Wertschätzung.» Das mache das Leben mit anderen angenehmer, sagt sie.

Später sind die Schule und die Lehrer das Thema. «Es war ein Hauptanliegen des EVGO, dass ich darüber spreche», sagt Dubs. Sie sei sehr überrascht, wie viel die Jugendlichen erzählten. «Sie sind sehr offen. Ich hoffe natürlich, dass ich ihnen mit meinen Tipps helfen kann.» Bei Problemen könnten vor allem persönliche Gespräche mit den Lehrern helfen, erklärt Dubs.

Auch Tischmanieren kommen zur Sprache. Wie wird die Serviette benutzt? In welcher Reihenfolge findet das Besteck Verwendung? Was sind geeignete Themen für Tischgespräche? Abgeschlossen wird der Kurs mit einem Essen. «Jetzt will ich aber sehen, was ihr heute gelernt habt», sagt die Kursleiterin.

Françoise Dubs lebt auch privat nach dem Knigge. «Mir fällt natürlich auf, wenn jemand sich nicht daran hält, allerdings nicht extrem», erklärt sie. Sie weiss, dass Kinder eben Kinder sind. «Sie dürfen auch Kinder sein, aber gewisse Regeln sollten sie trotzdem einhalten», meint sie. Die Esskultur gehe immer mehr verloren, Kinder wüssten oft nicht mehr, was sich gehöre, erklärt sie. Ausserdem gehörten Ermahnungen zu Hause häufig zum Alltag. «Wenn ein Fremder etwas erklärt, nützt das meist mehr», weiss Dubs. Sie habe auch schon erlebt, dass Kinder nach dem Kurs ihren Eltern erklärt hätten, was sie alles falsch machten. «Am nächsten Tag hat die Mutter angerufen und mir gedankt.»