Kirchenpflege «So kanns nicht weitergehen»
Knatsch in Kirchgemeinde Rein: «So kanns nicht weitergehen»

Die Auseinandersetzung um Pfarrer Urs Klingler beschäftigt allenthalben: Sämtliche ehrenamtlich tätigen Kirchenpflegemitglieder nahmen deshalb an einer Medienorientierung Stellung.

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«So kanns nicht weitergehen»

«So kanns nicht weitergehen»

Edgar Zimmermann

Präsident Marcel Widmer betonte, dass es der Kirchenpflege mit ihrem Antrag, Pfarrer Urs Klingler nicht zur Wiederwahl am 26. September vorzuschlagen, einzig ums Wohl der Kirchgemeinde gehe.

Die Kirchenpflege, so Widmer, handle weder diktatorisch noch patriarchalisch; sie sei an Leitlinien gebunden und habe auferlegte Pflichten zu erfüllen – selbst wenn diese unangenehm seien.

Die Kirchenpflege habe wiederholt betont, dass sie die Stärken von Pfarrer Klingler schätze. Seit vielen Jahren sei es aber nicht gelungen – auch nicht in einem Schlichtungs- und Mediationsverfahren –, dass Pfarrer Klingler seine Amtspflichtverletzungen eingestellt hätte und zu einer einvernehmlichen Zusammenarbeit mit Pfarrkollegen und Kirchenpflege bereit gewesen wäre.

Widmer listete auf: Mobbingvorwürfe sowie verbale Angriffe und Unterstellungen gegenüber Pfarrkollegen und Kirchenpflegemitgliedern; Verletzung der Schweigepflicht als Mitglied der Kirchenpflege; Verweigerung eines regelmässigen Besuchsdienstes; Unterlassung von nötigen Seelsorgegesprächen; Verbreitung unwahrer Tatsachen; keine korrekte Vertretung von Kirchenpflegebeschlüssen.

Keine Lösung gefunden

Laut Widmer liegen noch weitere Verfehlungen vor, die wegen der Schweigepflicht der Kirchenbehörde nicht verbreitet werden dürfen. Dies alles habe die Kirchenpflege bewogen, beim Kirchenrat als verantwortlicher Aufsichtsinstitution eine Beschwerde wegen Amtspflichtverletzungen einzureichen.

Die acht Anwesenden betonten unisono, dass sie sich seit Jahren für eine gütliche Lösung eingesetzt haben, dass eine solche aber aufgrund des Verhaltens und des Desinteresses von Urs Klingler immer wieder gescheitert ist. «Wir sind in der Kirchenpflege ein gut harmonierendes Team.

Es geht uns nicht um unser Prestige, sondern einzig und allein um Funktion, Klima und Gedeihen der Kirchgemeinde. Doch dieses Verhältnis ist aufgrund des Verhaltens des Pfarrers beeinträchtigt.» Es sei zudem schwierig, mit einem Pfarrer lösungsorientiert zusammenzuarbeiten, der auf eine notwendige und mehrmals angebotene Reduktion seines Arbeitspensums nicht reagiere, die Kirchenpflege nicht als Mitarbeitende betrachte; es überdies nicht ertrage, wenn gewisse Bereiche kritisch hinterfragt würden, und der die Fragesteller deshalb als «Diktatoren» bezeichne.

Die Kirchenpflege stehe mit ihrer Haltung nicht allein: Es seien auch Beschwerden von Gemeindemitgliedern eingegangen. Man ist sich bewusst, dass viele Mitglieder vor der Wahl verunsichert sind – dies sei auch der Grund zur Einberufung dieser Orientierung – in der Hoffnung, zur Klärung beizutragen.

«Schwierige Situation»

Was passiert, wenn Klingler wiedergewählt wird? Widmer: «Dann muss jedes Mitglied entscheiden, welche Konsequenzen es ziehen will. Es entstünde eine schwierige Situation, denn wir sind aufgrund der Erfahrungen zum Schluss gekommen, dass es so nicht weitergehen kann. Unser Herz schlägt für die Kirchgemeinde, deshalb wären wir dankbar, wenn unser Anliegen bei der Abstimmung Verständnis finden würde.»