Was den rund 130 Mitarbeitern des Zolls am Zürcher Flughafen im vergangenen Jahr so alles ins Netz ging, ist tatsächlich eindrücklich. So konnten die Zöllner, unterstützt von den beiden Betäubungsmittel-Spürhunden Ares und Eyko, insgesamt 308 Kilogramm Kokain sicherstellen - annähernd dreimal so viel, wie im Vorjahr. Alleine bei der Gepäckkontrolle eines Fluges aus Madrid fanden die beiden vierbeinigen Spürnasen im Oktober sieben Kilo von dem «Discoschnee», wie das Zollinspektorat gestern in einer Mitteilung zur Jahresbilanz bekannt gab.

Auch edle Geschmeide und kostbare Uhren, die ins Land geschmuggelt werden sollten, konnten die Zollbeamten sicherstellen. So fanden sie Ende März bei einem aus New York eintreffenden, amerikanischen Ehepaar, das den grünen Zolldurchgang passieren wollte, vier Schmuckstücke mit einem Gesamtwert von 3,6 Millionen Franken sichergestellt werden. Die Pretiosen waren für die Uhren- und Schmuckmesse Basel bestimmt und kosteten die ertappten Schmuggler schliesslich eine hohe Busse.

Ebenfalls zur Kasse gebeten wurde ein Brite mit Wohnsitz in der Schweiz, der glatt «vergessen» hatte, fünf Uhren im Wert von 534'000 Franken anzumelden.

Giftschlangen im Karton

Doch nicht nur in Koffern, auch in Schuhkartons werden die Zollbeamten immer mal wieder fündig. So kontrollierten sie Ende April eine Transitsendung Sportschuhe, die von China nach Griechenland unterwegs war. Als sie die 720 Paar Sneakers überprüften, stellten sie sich als Fälschungen heraus.

Im September wiederum öffneten die Zöllner zwei Schukartons, die ein Schweizer bei seiner Heimkehr aus Kuala Lumpur bei sich hatte, und fanden drei lebende, hochgiftige Grubenottern. Die Tiere wurden dem Grenztierarzt übergeben, der «Tierfreund» erhielt im Austausch dafür eine Anzeige.

Schmuggeln im Tank

Und schliesslich eignet sich auch der Tank eines Flugzeuges dazu, Güter - vorzugsweise Kerosin - unverzollt einzuführen. Über 730000 Liter des Flugbenzins wurden 2009 zu Unrecht als steuerbefreit veranlagt, unter anderem durch Flugschulen oder bei Inlandflügen. Abgaben, um welche die Schweiz beinahe geprellt worden wäre: über 500'000 Franken. (MRE)