Rechtsstreit
Kloster Fahr und Anna Studer versöhnt

Happy End kurz vor Weihnachten: Knapp vier Jahre nach der sofortigen Freistellung von Anna Studer, der ehemaligen Wirtin des Restaurants Zu den zwei Raben beim Kloster Fahr, haben sich die beiden Parteien gütlich geeinigt.

Matthias Kessler
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Anna Studer, frühere Wirtin. Anna Studer, frühere Wirtin.

Anna Studer, frühere Wirtin. Anna Studer, frühere Wirtin.

Limmattaler Zeitung

Der Schlussstrich unter eine unrühmliche Geschichte, kurz und bündig: «Zwischen der Leitung des Klosters Fahr und der langjährigen Gerantin des Klosterrestaurants Zu den zwei Raben, Frau Anna Studer, war es anlässlich der Auflösung des Arbeitsverhältnisses im Februar 2007 zu Differenzen gekommen. Diese Differenzen konnten nun in einer für beide Seiten befriedigenden, gütlichen Lösung beigelegt werden», schreiben das Kloster und Anna Studer in einem gemeinsamen Communiqué.

Und: «Die Parteien haben sich versöhnt und das Kloster Fahr dankt Anna Studer für die jahrzehntelangen Dienste.»

Nach 26 Jahren freigestellt

Am 8.Februar 2007, einem Donnerstag, gegen 19.30Uhr, war Anna Studer, damals seit 26Jahren Wirtin des Klosterrestaurants, zu einer Unterredung mit Priorin Irene Gassmann und Verwalter Marcel Matter gebeten worden. Dabei wurde ihr mitgeteilt, dass sie per sofort freigestellt sei. Den Schlüssel zu den Räumen, für die sie viele Jahre verantwortlich war, musste sie, wie sie damals erzählte, gleich abgeben, ihre persönlichen Zimmer, die sie unter der Woche zum Wohnen und Leben benutzte, hatte sie einige Tage später zu räumen.

Studer war, wie alle Restaurant-Mitarbeitenden, Angestellte des Klosters, es bestand kein Pachtvertrag. Bei der Unterredung warfen die Priorin und der Verwalter der Wirtin einerseits vor, dass sie sich mit der Neuausrichtung des Klosters nicht richtig arrangiert habe. Diese beinhaltete unter anderem den Verzicht auf die Durchführung von Taufen und Hochzeiten in der Kirche; Ziel war es, die Schwesterngemeinschaft mit ihren Bedürfnissen und Wünschen wieder in den Mittelpunkt des klösterlichen Lebens zu rücken.

Keine Selbstbereicherung

Andererseits wurden Studer von den Klosterverantwortlichen festgehalten, dass der Betrieb des Restaurants seit langem defizitär sei. Den Entscheid zur Freistellung sei vom Consilium, dem Rat der Schwestern, gefällt worden, sagte die Priorin damals: «Ein unternehmerischer Entscheid, der uns menschlich sehr schwer gefallen ist.»

In der Folge kam es zu etlichen Bekundungen für Anna Studer in den Leserbriefspalten dieser Zeitung, einige riefen zum Boykott des Restaurants auf. Auf juristischer Ebene wurde hinter verschlossenen Türen verhandelt. Ende August 2009 wurde bekannt, dass auch wegen Selbstbereicherung gegen Studer ermittelt worden war.

«Eine Rufmordkampagne»

Das Bezirksgericht Baden – das Kloster Fahr gehört zur Gemeinde Würenlos – sprach Studer, zu jenem Zeitpunkt wieder in einem Gastrobetrieb im Limmattal tätig, jedoch vom Vorwurf frei, Geld aus dem Restaurantbetrieb für eigene Zwecke verwendet zu haben. Das Kloster respektierte den Entscheid, Studers Anwalt Bruno Steiner seinerseits sprach von einem «klaren Freispruch» und davon, dass dies «das Ende einer Rufmordkampagne der übelsten Sorte» sei. Man verlange, dass das wieder gutgemacht werde.

Inwiefern eine Wiedergutmachung Teil der nun vollzogenen Versöhnung war, lässt sich nicht klären. Wie die beiden Parteien verlauten lassen, wurde über den Inhalt der ausgehandelten Lösung Stillschweigen vereinbart.

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