Maja Sommerhalder

«Ich bin nervös»

An diesem Montag werden zwei Schülerinnen eingeschult. «Jetzt bin ich gross», sagt Valérie Lemblé (6). Ihre Banknachbarin Cathleen Ritz (6) nickt zustimmend. «In den Kindergarten will ich nicht mehr zurück.» Die beiden Schülerinnen zeichnen Striche in ihre Hefte. «Die müssen möglichst gerade sein», sagt Valérie. «Sie lernen am ersten Tag bereits die Zahl 1 und machen Leseübungen. Ich lege grossen Wert darauf, dass die Kinder von Anfang an in den Schulstoff einsteigen können», sagt Lehrerin Kaiser. Die beiden Erstklässlerinnen haben nichts dagegen. Schliesslich liegen die Farb- und Bleistifte gespitzt im neuen Etui bereit. «Wir kennen die Zahlen bereits und rechnen können wir auch schon ein bisschen», so Valérie und Cathleen. Trotzdem: «Gestern Nacht konnte ich nicht einschlafen. Ich war nervös», sagt Cathleen. Auch für Lehrerin Kaiser ist dieser letzte erste Schultag etwas Besonderes: «Es ist schon ein komisches Gefühl. Ich wäre glücklich, wenn die Schule weiterbestehen könnte.»

Geltwil: «Es sieht gut aus»

Schulleiter Martin Geiger hofft, dass die Freiämter Gesamtschule Geltwil noch lange bestehen wird. «Für die nächsten Jahre sieht es gut aus. Wir brauchen mindestens 12 Schüler. So verlangt es der Kanton.» Seit gestern drücken wieder 15 Kinder aus dem Dorf die Schulbank. «Das ist viel. Wir mussten lange Zeit auswärtige Primarschüler aufnehmen.» Einfacher werde es nicht für Kleinstschulen: «Wir spüren den Druck von oben. Aber wenn nötig würde die Gemeinde für die Schule kämpfen. So schnell gibt man hier nicht auf.»

Hoffen auf Neuzuzüger

Aufgeben will man auch die Gesamtschule Wiliberg im Uerkental nicht. Obwohl: Dieses Jahr lernen hier gerade mal zehn 2.-, 4.- und 5.- Klässler. Erstklässler wurden gestern keine eingeschult. «Auch in den nächsten Jahren wird die Schülerzahl knapp sein. Wir hoffen auf Neuzuzüger», so Lehrer Ruedi Schweizer. Die Mindestschülerzahl wurde auch schon in der Vergangenheit unterschritten: «Der Kanton erlaubte uns damals, dass wir die Schule trotzdem weiterführen durften. Nach drei Jahren kamen wieder mehr Kinder.»