Kleinlützel / Kanton Solothurn

Der Knatsch um Priester Franz Sabo geht weiter. Die Kirchengemeinde Kleinlützel erhebt nun Vorwürfe an Bischofsvikar Stadelmann.

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Es kam, wie es kommen musste: Während sich an besagtem Samstag Franz Sabo in der Sakristei auf den Gottesdienst vorbereitet, treffen Bischofsvikar Arno Stadelmann und Pfarrer Ernst Eggenschwiler aus Dornach ein. Sie werden vom Kleinlützler Kirchgemeindepräsidenten Martin Staub und Vizepräsidentin Erika Mendelin vor der Sakristei angehalten und darauf hingewiesen, dass heute Franz Sabo die Messe lesen werde.

Stadelmann und Eggenschwiler ziehen unverrichteter Dinge ab. Zwei Tage später schreibt Stadelmann einen eingeschriebenen Brief an Kirchgemeindepräsident Martin Staub und an Franz Sabo. In dem der Presse zugespielten Schreiben wirft Stadelmann dem Kirchenrat Amtsmissbrauch und Franz Sabo Amtsanmassung vor. Er gehe davon aus, dass Sabo über die Vorgänge vor der Sakristei-Türe informiert war.

Pfarrherren der Lüge bezichtigt

Am Samstag erhielt der Bischofsvikar Antwort aus Kleinlützel. Der Kirchenrat habe Stadelmann und Eggenschwiler vor der Sakristei aufgehalten, um «eine unwürdige Auseinandersetzung zu verhindern», heisst es in dem Schreiben, das ebenfalls an die Medien ging. Der Kirchenrat wirft Stadelmann und Eggenschwiler vor, dass sie «alleine deshalb nach Kleinlützel gekommen sind, um eine weitere Eskalation herbeizuführen».

Sie hätten es geradezu darauf angelegt, dass sich zwei Pfarrherren kurz vor dem Gottesdienst um die Kleinlützler Kirche streiten würden. Es sei beschämend, dass «Sie offensichtlich keine Gelegenheit auslassen, den vorliegenden Konflikt nach Kräften anzuheizen».

Der Kirchenrat bezichtigt die beiden Gottesmänner gar der Lüge, wenn sie Franz Sabo unterstellten, er sei über die Vorfälle vor der Sakristei-Türe informiert gewesen. Der Rat als auch Pfarrer Sabo erwarten von Stadelmann eine angemessene Entschuldigung «für Ihr – gerade für einen Kirchenvertreter höchst unwürdiges – Verhalten». (mz/ra/wst)