Schule
Kleine reden mit

Grosses Interesse und nur wenige Fragen: Die gemeinsame «Schule 2010» von Lotzwil, Bleienbach und Rütschelen wurde am Informationsabend in Lotzwil nicht in Zweifel gezogen.

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Zirkus-Woche

Zirkus-Woche

Jürg Rettenmund

Erwin Sommer, der Leiter der kantonalen Fachstelle Schulaufsicht, brachte nicht nur Informationen über die Rahmenbedingungen des Kantons für die Schulen nach Lotzwil, sondern auch ein «Danke» und Gratulationen: Wie die drei Gemeinden mit ihren Schulen vorgehen, sei vorbildlich.

«Agieren, um nicht reagieren zu müssen», brachte Projektleiter Christoph Schärer dieses Vorgehen auf den Punkt. Seit drei Jahren arbeiten die drei Schulen bereits zusammen, aber nach wie vor mit drei Schulkommissionen. Die Zusammenarbeit habe sich bewährt, betonte Schärer, die Schule sei überschaubar geblieben. Nun soll die Zusammenarbeit durch einen Zusammenschluss abgelöst werden. Im Dezember werden die drei Gemeindeversammlungen entscheiden.

Mit Sitzgemeinde flexibler

Vorgesehen ist, dass Lotzwil als Sitzgemeinde die Schulorganisation übernimmt. Damit sei man flexibler als mit einem Gemeindeverband, hob Schärer hervor: Während in einem Verband eine Delegiertenversammlung entscheidet, sind es beim Sitzgemeindemodell die Gemeinderäte, die nicht nur einmal im Jahr tagen.

Bleienbach und Rütschelen übertragen Lotzwil die Aufgaben im Bereich Schule und erhalten im Gegenzug ein Mitspracherecht, indem sie in der Schulkommission Einsitz nehmen. Sie können ihren Gemeinderat mit Ressort Schule und ein weiteres Mitglied in diese entsenden. Zudem stellen sie abwechslungsweise den Vizepräsidenten, während Lotzwil das Präsidium übernimmt. Da Entscheide zudem mit einem Zwei-Drittels-Mehr gefasst werden müssen, ist die Mitsprache der Anschlussgemeinden recht ausgeprägt.

Gemeinden behalten Schulhäuser

Die drei Gemeinden behalten ihre Schulhäuser. Die Schulstandorte bleiben nach der Fusion erhalten, ein Standort kann nur mit Zustimmung der betroffenen Gemeinde geschlossen werden. Zudem muss die Schliessung zwei Jahre im Voraus angekündigt werden, womit Zeit bleibt, nach einer anderen Lösung zu suchen. Damit kein Anreiz entsteht, Klassen in einzelne Gemeinden zu holen, werden nur Betriebskostenbeiträge erhoben, jedoch keine Infrastrukturbeiträge.

Die Beiträge werden nach Schüler- und Einwohnerzahl aufgeteilt und sollten für die einzelnen Gemeinden zu leicht tieferen Kosten als heute führen. Wenn Kosten für Schülertransporte anfallen, werden diese nach dem gleichen Verteiler getragen. Allerdings gehen die Verantwortlichen davon aus, dass den Schülern ab der 5. Klasse zugemutet werden kann, mit dem Fahrrad zur Schule zu gehen.

Wie sicher sind die Schulwege?

Beim Schulweg setzte denn auch eine der Fragen aus den rund 75 Anwesenden am Informationsabend in Lotzwil an: Vor allem die Verbindung von Bleienbach nach Lotzwil sei gefährlich, sollten dort dereinst in grösserer Zahl Schüler verkehren müssen, wurde festgestellt.

Allerdings zeigte der Abend auch, dass die Schulwegfrage hauptsächlich in den Anschlussgemeinden virulent werden dürfte: Auf absehbare Zeit sei es wenig wahrscheinlich, dass Lotzwiler Schüler in einem anderen Dorf den Unterricht besuchen müssten, erklärte Schulleiter Urs Bürki, ganz auszuschliessen sei es aber nicht.

Infoanlässe

Infoanlass in Rütschelen: Mittwoch, 18. November , 20 Uhr, Gemeindesaal.

Infoanlass in Bleienbach: Dienstag, 24. November, 20 Uhr, Schulhaus.

Stimmen die Gemeindeversammlungen zu, soll die neue Schulkommission ihre Arbeit Anfang 2010 aufnehmen. Der Start der gemeinsamen Schule ist für das Schuljahr 2010/2011 geplant. Im laufenden Schuljahr sollen die Schulkommissionen von Rütschelen und Bleienbach noch im Amt bleiben. Ab 2011 wird dann auch die Rechnung gemeinsam geführt.

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