Brauerei

Kleine Brauereien springen in die Lücke

Bier-Kultur Aargau: Der Verein organisierte im April in Aarau ein Treffen. (spi)

Bier-Kultur Aargau

Bier-Kultur Aargau: Der Verein organisierte im April in Aarau ein Treffen. (spi)

Die grossen Schweizer Biermarken haben fusioniert oder sind an ausländische Firmen verkauft worden.

Heinz Härdi

Ein Stich ins Herz eines jeden Bierfreundes war der Verkauf des Rheinfelder Feldschlösschens ins Ausland. Seit dem Jahr 2000 segelt das Flaggschiff der Schweizer Biere unter dänischer Flagge, nämlich jener der Firma Carlsberg. Bemerkenswert war dies deshalb, weil Feldschlösschen vorher schon etliche grosse Schweizer Biere unter seinem Dach vereinigt hatte. So zum Beispiel Hürlimann, Warteck, Gurten-Bier oder Cardinal, um nur die bekanntesten zu nennen. Zwar gibt es all diese Biersorten noch, und sie konnten auch ihre Eigenständigkeit bewahren.

Dennoch sind in den vergangenen Jahren etliche Klein- und Kleinstbrauereien entstanden. Populär geworden ist, sich das Bier selber zu brauen. Ein einfaches Brauset für Einsteiger kann man schon für knapp 40 Franken haben. Ein Bierkit für neun Liter Bier kostet bei einem Anbieter etwa 18 Franken. Im Internet findet man zum Beispiel die Website unter www.bier-von-dir.ch, welche für Einsteiger und Fortgeschrittene entsprechende Angebote parat hat. Dort findet man auch eine Anleitung, wie der begehrte Gerstensaft hergestellt werden kann.

Erfolgsgeschichte Lägere-Bräu

Mancher Hausbrauer hat den Sprung aus dem Keller geschafft und bietet nun seine Biere im grossen Stil an. Bekannt geworden ist zum Beispiel das Wettinger Lägere- Bräu. Zufall oder nicht: Ebenfalls im Jahr 2000, als Feldschlösschen an Carlsberg ging, begann Thomas Benz in Mutters Küche mit dem Brauen eines eigenen Bieres. Kontinuierlich wurde die Hausbrauerei vergrössert, von der Küche ging sie vor das Haus, von dort in einen Braukeller und so weiter.

Seit 2008 ist Lägere-Bräu eine professionell funktionierende Firma, die ihr Bier in grossem Stil in der alten Spinnerei auf der Wettinger Klosterhalbinsel produziert. Dort gibt es nicht nur einen Rampenverkauf, sondern auch einen Biergarten. Gross waren die Verkäufe am Wettiger Fäscht, wo das Bier in vielen Beizen angeboten wurde.

Bierfest in Aarau

Dass das eigene lokale Bier, also das Bier von hier, wieder auf dem Vormarsch ist, zeigte sich im April auch in Aarau. Der neu gegründete Verein Bier-Kultur Aargau, dem sich Hobby- und Hausbrauer angeschlossen haben, organisierte in der Markthalle ein Treffen. Zwar war die Beteiligung der Brauer nicht gerade berauschend: Nur gerade vier Kleinbrauereien präsentierten sich dem Publikum, nämlich Kudi-Bräu aus Buchs, Lindenbergbräu aus Lindenberg bei Muri, Rabenbräu aus Gränichen und Thiersteinerbräu aus Gipf-Oberfrick. Dies, obwohl sich im Aargau mindestens 32 Brauer dem Verein angeschlossen haben sollen. Doch bereits ist ein zweites Treffen im nächsten Jahr angesagt, die Verantwortlichen hoffen auf bessere Teilnehmerzahlen seitens der Brauereien.

Mittelgrosse Brauereien

Der Entwicklung zu Fusionen oder Übernahmen getrotzt haben auch einige mittelgrosse Brauereien wie etwa das Badener Müllerbräu oder - zumindest bisher - das Schönenwerder Karbacher, das man auch in Aarau bestens kennt. Bekannt ist Karbacher etwa für seine originellen Biersorten wie die Maisperle, die Reisperle oder die Haferperle. Die 1886 gegründete Brauerei hat den Braubetrieb nun eingestellt und der Appenzeller Brauerei Locher übergeben.

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