Kirche

Kirchenzentrum wird besser isoliert

Baustelle: Architekt Franz Studer, Kirchenpflegepräsidentin Erna Staub und Baukommissionspräsident Martin Streich (von links). (ba)

Kirche Widen

Baustelle: Architekt Franz Studer, Kirchenpflegepräsidentin Erna Staub und Baukommissionspräsident Martin Streich (von links). (ba)

In einer Aufbruchsstimmung weihte die Reformierte Kirchgemeinde Bremgarten-Mutschellen 1968 das Kirchliche Zentrum auf dem Mutschellen ein. Gegenwärtig ist die Kirche geschlossen. Sie wird einer wärmetechnischen Sanierung unterzogen. Die Sanierung wird 1,2 Millionen Franken kosten.

Jörg Baumann

14 Jahre lang musste die Kirchgemeinde auf ihr neues Kirchenzentrum warten. 1954 schlug der für das Gebiet zuständige Dekan Schenkel Pfarrer Oelhafen vor, das Land für den Bau der Kirche zu sichern. Der Kirchenbauverein wurde gegründet, das Land konnte erworben werden. 1965 erhielt der Zürcher Architekt Benedikt Huber den Auftrag für das Vorprojekt des Kirchenzentrums, das die Kirche, Säle, Nebenräume und das Pfarrhaus Platz vereinigte. Am 20. Oktober 1968 erfolgte die Einweihung.

Asbestfreie Ziegel

Fast 41 Jahre später bewegen sich die Dachdecker wieselflink auf dem mächtigen, geschwungenen Dach des Kirchlichen Zentrums. Tausende von konisch geschnittenen Eternitdachziegeln müssen auf dem 800 Quadratmeter grossen Dach ersetzt werden. «Vor 41 Jahren wurden asbesthaltige Ziegel eingebaut. Jetzt kommen asbestfreie aufs Dach», sagt der Architekt Franz Studer aus Fischbach-Göslikon, der das Sanierungsprojekt für den Kirchenbau ausgearbeitet hat und die Bauarbeiten selber intensiv überwacht.

Beim Dach hören die wärmetechnischen Arbeiten aber keineswegs auf. Im Sommer 2005 drang Wasser durch das Dach in die Kirche ein. Zudem gab die Ölheizung ihren Geist auf. Die Kirchgemeinde musste handeln. «Die Kirchgemeinde baute 1968 eine architektonisch wunderschöne Kirche. Aber wie es damals üblich war, wurde sie zu wenig gut isoliert», konstatiert Franz Studer auf der Baustelle. Die Anforderungen an die Isolation wurden in den letzten Jahren und Monaten so weit in die Höhe geschraubt, dass die Kirchgemeinde 1,2 Millionen Franken in die Hände nehmen muss, um die Kirche wieder in Schuss zu bringen. Zum Vergleich: Der Bau der Kirche kostete 1968 1,3 Millionen Franken.

Die Fassade wird mit einer 16 Zentimeter starken Aussenwärmedämmung nachisoliert und neu verputzt. «Den damals üblichen grobkörnigen Kellenwurfverputz müssen wir opfern und durch einen feinkörnigeren ersetzen», bemerkt der Architekt. «Aber die Bevölkerung wird den Unterschied fast nicht feststellen», sagt Studer. «Wir werden die Kirche so erhalten, wie sie seinerzeit gebaut wurde.» Die wärmetechnische Sanierung werde für das Auge unauffällig vorgenommen. Im Gebäude müssen ausserdem Brandschutztüren und ein neuer Notausgang eingebaut werden.

Holzschnitzelheizung

In die Ökologie investierte die Kirchgemeinde bereits. Das Kirchenzentrum wurde an die Holzschnitzelheizung angeschlossen, womit das Altersheim Burkertsmatt und Kirchen- und Bibliothekszentrum (KiBiZi) geheizt werden. Studer prüfte mit den Kirchenbehörden auch, ob man das Dach des Kirchenzentrums mit Sonnenkollektoren eindecken sollte. «Wir sind aber schnell davon abgekommen. Denn man kann auch zu viel des Guten tun», sagt Studer.

Deshalb beschränkt man sich jetzt darauf, im südlich gelegenen Garten eine Sonnenkollektorenanlage aufzustellen, womit die Pfarrfamilie Aerni ihren privaten Warmwasserbedarf wird decken können. Zu einem zusätzlichen Komfort kommen aber auch die Kirchenbesucher: Sie erhalten ein behindertengerechtes WC. Das entspreche einem Wunsch, der schon lange geäussert worden sei, sagt Martin Streich, Vizepräsident der Kirchenpflege und Präsident der Baukommission.

Einweihung am 8. November

Während der Bauarbeiten findet der Sonntagsgottesdienst bis Ende September im grossen Saal des Kirchen- und Bibliothekszentrums statt. Für Abdankungen stehen im Saal nur 160 Plätze zur Verfügung. Diese Platzbeschränkung bereite der Kirchenpflege bei grossen Beerdigungen etwas Sorgen, bemerkt Martin Streich. Hochzeitspaare, die auf dem Mutschellen hätten heiraten wollen, müssten eine andere Möglichkeit suchen. Die vollständig renovierte Kirche wird am Sonntag, 8. November, 10.30 Uhr mit einem grossen Festakt wieder eingeweiht.

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