Verfolgt man die Entstehungsgeschichte und den Werdegang des Kinderhortes, gelangt man rasch zur Erkenntnis, dass er vom Herzblut und grossen Engagement einer Vielzahl von freiwilligen Helfern getragen wird. Obschon der Fortbestand der Einrichtung in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach infrage gestellt wurde, fanden sich immer wieder Personen, die sich hinter den Hort stellten. Mit deren Unterstützung konnte die Organisation dem Wandel der gesellschaftlichen Strukturen, den veränderten Lebensgewohnheiten oder den Wechseln in der politischen Landschaft trotzen. Nur eine Konstante begleitet den Hort, seit er aus der Taufe gehoben wurde: immerwährende Finanzsorgen.

Gründung – eine Pioniertat

In den späten Sechzigerjahren fanden viele Fremdarbeiter eine Anstellung in den ortsansässigen Industriebetrieben. Bei den mehrheitlich aus der Türkei und Italien stammenden Immigranten mussten meist beide Elternteile Geld verdienen. Deren Nachwuchs vertrieb sich untertags die Zeit auf der Strasse. Ein unhaltbarer Zustand, dessen sich der Gemeinnützige Frauenverein Zurzach annahm. Die Geburtsstunde des Kinderhortes ist dem unermüdlichen Einsatz von Elisabeth Minet-Wyser zu verdanken, die gemeinsam mit dem Frauenverein den Kinderhort ins Leben rief.

1970 bezog man den oberen Stock des damaligen Feuerwehrmagazins an der Pfauengasse. Allerdings stellte sich sehr rasch heraus, dass ein grosses Herz und Nächstenliebe für den Betrieb einer Kindertagesstätte nicht ausreichten, traten doch grosse Personal- und Geldsorgen zum Vorschein. Aus der Not heraus suchte man nach neuen Geldquellen, die mit dem Betrieb einer Brockenstube erschlossen werden konnten.

Baubaracke zum Pavillon

Wegen der engen Platzverhältnisse sowie Reklamationen der Nachbarn musste Ende 1971 nach einer neuen Unterkunft Ausschau gehalten werden. Mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Zurzach wurde am heutigen Standort an der Promenadestrasse 11 eine Baubaracke aufgestellt. Den markanten Kastanienbäumen entlang der Promenadestrasse verdankt der Hort denn auch seinen heutigen Namen.

In den Achtzigerjahren stand der Hortbetrieb kurz vor dem Aus. Aufgrund des Rückgangs von Arbeitsplätzen schlossen viele Kinderkrippen ihre Türen. Der Abbau der Zurzacher Industriebetriebe traf auch den Kinderhort hart. Die Zahl der betreuten Kinder ging merklich zurück. Ausgerechnet in diese schweren Zeiten fiel der Bedarf nach einer neuen Unterkunft. Der Zustand der überalterten Baracke war schlecht, horrende Heizkosten belasteten das angespannte Budget. Die Rettung des Hortes ist der Gemeinde Zurzach zu verdanken, die es mit einem ausserordentlichen Zuschuss ermöglichte, den neuen Pavillon im August 1991 zu beziehen.

Und heute?

Mit viel Liebe und pädagogischem Verständnis werden die Kinder heute von gut ausgebildeten Erzieherinnen beaufsichtigt. Eine lange Warteliste mit Anfragen von Eltern aus dem gesamten Zurzibiet und deutschen Grenzbereich zeigt, dass der Bedarf an familienexterner Kinderbetreuung nicht abnimmt.

Tag der offenen Tür im «Cheschtenebaum» Bad Zurzach: Sonntag, 27. Juni, 9.30 bis 16.00 Uhr.