Untersiggenthal
Kindergärtler haben Bauhalde verlassen

Der Kindergarten Bauhalde in Untersiggenthal steht auf einer Tiefgarage mit statischen Problemen. Deshalb hat der Gemeinderat den sofortigen Umzug angeordnet. Die 16 Kindergärtler ziehen nun bis zu den Sommerferien in den Kindergarten Zelgli.

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Kindergarten Bauhalde zieht um

Kindergarten Bauhalde zieht um

Aargauer Zeitung

Dieter Minder

«Jetzt schauen wir unseren neuen Spielplatz an», sagt Kindergärtnerin Erika Murmann zu den 16 Kindergärtlern. Dann fassen sie sich an den Händen und als lange Kette entdecken sie ihre neues Zuhause, den Kindergarten Zelgli.

Schon als sie am Dienstagmorgen im Kindergarten Bauhalde eintrafen, zeichnet sich der besondere Tag ab. Sie wurden von Erika Murmann und Claudia Tschumper empfangen, aber nicht, um zu spielen, sondern, um sich auf den Weg in den neuen Kindergarten zu machen. «Wir haben noch einige Spielsachen mitgenommen», sagt Murmann. Sie und Karin Ringgenberg teilen sich die Kindergärtnerinnenstelle, Claudia Tschumper erteilt Kindern Deutschunterricht.

Inakzeptables Risiko

«Das Risiko ist uns zu gross, denn der Kindergarten Bauhalde steht auf einer Tiefgarage mit statischen Problemen», sagt Gemeindeschreiber Stephan Abegg. Als er von der Situation erfahren hatte, reagierte der Gemeinderat: «Die Sicherheit der Kindergärtler, der Lehrkräfte und der Besucher des Kindergartens hat oberste Priorität.» Er hat den sofortigen Umzug angeordnet.

Bis Ende Schuljahr, also noch etwa zwei Wochen, sind die Kinder im Untergeschoss des Doppelkindergartens Zelgli einlogiert. Wies weitergeht, muss die Gemeinde noch festlegen. Bereits am Montag hatten Erika und Pius Murmann einiges von der Bauhalde ins Zelgli gezügelt. Am Mittwoch werden Mitarbeiter des Werkhofs die restlichen Möbel holen. «Dann werden wir das Gittertor sperren», sagt Abegg.

Obergericht muss entscheiden

Die sechs Mehrfamilienhäuser in der Bauhalde wurden um 1970 von der Wohnbau Süd AG erstellt. Fünf Mehrfamilienhäuser hat sie später verkauft. Inmitten der Siedlung steht die Tiefgarage mit 87 Plätzen. Ein Teil davon gehört der Wohnbau Süd AG, andere sind mit Dienstbarkeitsverträgen an die Stockwerkeigentümer der weiteren Mehrfamilienhäuser übergegangen.

Nun ist ein Konflikt zwischen den Parteien ausgebrochen. «Wir haben die Halle durch einen Ingenieur untersuchen lassen», sagt Herbert Krall, Rechtsanwalt der Wohnbau Süd AG. Das Ergebnis ist klar, die Tiefgarage muss saniert werden, um wieder sicher zu sein.

Doch damit müssten alle Stockwerkeigentümer einverstanden sein. Weil bisher keine Einigung zustande kam, muss sich nun, in zweiter Instanz, das Aargauer Obergericht damit befassen. «Wir wissen nicht, wann das Urteil vorliegt», sagt Krall.