Kindergarten
Kinder werden schlecht verteilt

Die Stadt Laufen ist bis 2011 an den unterbelegten Norimatt-Kindergarten gebunden. Im kommenden Schuljahr müssen deshalb mangels Alternativen 43 von 100 Kindern ins ferne Hinterfeld geschickt werden.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Michael Nittnaus

Nach wochenlangem Ringen hat der Laufner Stadtrat nun entschieden, keinen neuen Kindergarten-Standort anzumieten, um die Kinderverteilung zu verbessern. Der Vermieter des Norimatt-Gebäudes pocht auf seinen bis 2011 laufenden Vertrag. Und für eine zusätzliche Anmietung fehlt der Stadt das Geld. Damit ist klar, dass auch im Schuljahr 2009/10 viele Kinder einen weiteren und damit gefährlicheren Schulweg auf sich nehmen müssen.

Der Stadtrat musste auch aus Zeitgründen jetzt eine Entscheidung fällen. Schliesslich bleibt Schulleiterin Karin Sulser kaum noch Zeit, die neuen Einteilungspläne zu erstellen. 100 Kinder besuchen in Laufen ab Sommer die sechs Kindergärten. Für 43 von ihnen sieht Sulser den Doppelkindergarten Hinterfeld vor, der damit mehr als ausgelastet ist. «Von den Räumlichkeiten her ist es vertretbar, nicht aber von den Betreuungsverhältnissen», gibt die Schulleiterin zu.

Norimatt-Vermieter blockiert

Doch Sulser sieht keine andere Lösung. Ein wichtiges Kriterium für die Wahl des Standortes ist die Distanz der Schulwege. Da das Einzugsgebiet des Hinterfelds eine besonders kinderreiche Gegend ist, ergibt sich dieses Ungleichgewicht. Sulser wird versuchen, die Überlastung durch eine leichte Aufstockung des Lehrpersonals abzufedern. «Wir können aber nicht verhindern, dass die Standorte ungleich behandelt werden.»

Der Kindergarten Norimatt ist dagegen seit Jahren nur schwach belegt und sollte durch einen dritten Standort beim Hinterfeld ersetzt werden (die bz berichtete). Da dies nun scheitert, musste Sulser viele Kinder, die im Stedtli wohnen, statt zum Reben zum Norimatt zuteilen, um dort die Mindestbelegung von 13 zu erreichen. «Dass einzelne Kinder auch grössere Strassen überqueren müssen, lässt sich leider nicht verhindern», so die Schulleiterin enttäuscht.

«Für Kinder und Eltern tut es mir wirklich Leid. Wir haben alles versucht, gemeinsam mit der Mietverwaltung Norimatt eine Lösung zu finden, doch der Vertrag bindet uns die Hände», erklärt Stadträtin Lilly Kuonen. Den frei gewordenen ehemaligen Steiner-Kindergarten beim Hinterfeld anzumieten, wie es der Schulrat fordert, sei somit nicht möglich.

«Wir gehen von schätzungsweise 80 000 Franken aus, welche die neue Liegenschaft inklusive Zügel-, Miet- und Nebenkosten für zwei Jahre kosten würde», präzisiert Kuonen. Und während dieser Zeit sieben statt der benötigten sechs Standorte zu betreiben, könne sich die Stadt Laufen nicht leisten.

Schulrat gibt sich kämpferisch

Für Schulratspräsident Ralph Jordi ist das Nein des Stadtrates nicht nachvollziehbar: «Ich bin sehr enttäuscht und kann das nicht akzeptieren.» Der Schulrat werde vom Stadtrat eine ausführliche, schriftliche Erklärung und bei Unklarheiten auch Einsicht in den Norimatt-Mietvertrag verlangen. Es müsse doch möglich sein, mit dem Vermieter eine Einigung zu erzielen.

Schulratspräsident Jordi bedauert besonders die vergebene Chance, sich den Steiner-Kindergarten zu sichern: «Solch eine ideale Lösung wird es in zwei Jahren nicht mehr geben.» Auch rechne er mit überdurchschnittlich vielen Rekursen gegen den Einteilungsplan, denn «die Eltern werden das nicht stumm akzeptieren».