Das Paläoklimatologen-Team der amerikanischen Ohio State University verfolgt die Entwicklung des Gletschers in den Bergen Tansanias seit längerer Zeit. Sie führen den markanten Gletscherrückgang auf gestiegene Temperaturen, gesunkene Niederschläge und geringere Bewölkung in Tansania zurück.

Zwischen den Jahren 2000 und 2007 schmolz der 11 700 Jahre alte Gletscher um mehr als einen Viertel seiner Grösse. Nicht mal in einer 300 jährigen Dürrezeit sei der Gletscher derart geschmolzen, fanden die Forscher heraus. Dies sei ein weiteres Indiz dafür, dass die momentanen klimatischen Bedingungen in der bisherigen Geschichte des Gletschers einmalig seien.

Der Gletscher schmilzt nach Angaben des Forscherteams nicht nur an den Rändern, er wird auch schnell dünner. Der kleinere Teil ist seit 2000 um die Hälfte geschrumpft. «Die Tatsache, dass sich zahlreiche Gletscher in den Tropen und den Subtropen ähnlich verhalten, legt nahe, dass deren Verschwinden eine gemeinsame Ursache besitzt», so Lonnie Thompson, Chef des Forscher-Teams, gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Sollte sich an den Klimabedingungen nichts ändern, könnte der Gletscher am Kilimandscharo schon im Jahr 2022 bis 2033 verschwunden sein. (aen)