Stefanie Niederhäuser

Egal, ob dafür oder dagegen: Die Minarett-Initiative ist zurzeit in aller Munde. Während Politiker, Religionsvertreter und Privatpersonen darüber diskutieren, ob am Schweizer Himmel weitere Minarette zu sehen sein werden, leben auf Schweizer Boden bereits viele Muslime.

Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 5,5 Prozent der Aargauer Bevölkerung an, dem Islam anzugehören. Im Gegensatz zur Initiative wird über sie weit weniger gesprochen. Während Minarette eine Seltenheit sind, begegnet man Muslimen bei der Arbeit, in der Schule ebenso wie in der Freizeit.

Die Frage, ob und wie man Minaretten begegnen will, wird in letzter Zeit häufig gestellt. Ebenso wichtig ist aber auch die Frage, ob und wie man den Muslimen im Alltag und im Bekanntenkreis begegnet. Die AZ hat Passanten in Baden gefragt, ob sie Muslime kennen und welche Rolle die Religion bei diesen Bekanntschaften spielt. Dabei haben sich die meisten sehr offen gezeigt. Respekt, Akzeptanz und Rücksicht sind oft gefallene Schlagworte. Viele Befragte bezeichnen die Muslime als «ganz normale Menschen».

Eine Person, die nicht genannt werden wollte, gestand aber auch: «Ich habe schlechte Erfahrungen gemacht.» Sie habe nichts gegen Muslime. Im Gegenteil, sie habe lange in arabischen Ländern gewohnt und viele muslimische Freunde, erklärte sie, doch: «Solange Muslime Christen nicht akzeptieren, kann ich sie nicht akzeptieren.»