Aus den Untersuchungen des Kantonslabors geht hervor, dass sich einige Restaurants zwischen 2009 und 2011 als nicht lernfähig erwiesen haben. Von 9 Betrieben haben 5 keinerlei Verbesserungen erzielt. Bei 4 Betrieben hat sich die Situation gar verschlechtert, wie der Kanton Jura mitteilte.

Im Detail entsprechen 37 Prozent der 102 genommenen Proben nicht den Hygienestandards. Der Kantonschemiker musste vor allem den Schinken, Meeresfrüchte, Thon, Champignons und Artischocken beanstanden.

Diese Pizza-Zutaten würden oft in zu grosser Menge, zu lange und zu warm aufbewahrt. Schlechte Handhygiene oder dreckige Utensilien hinterliessen in einigen Fällen auch Keime menschlicher Herkunft.

Kaum Gefahr für Gesundheit

Da das Endprodukt, die Pizza, noch gebacken wird, "besteht normalerweise keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit", versichert der Kanton. Und doch: Sechs der 102 Proben wiesen Keime auf, deren Giftstoffe auch durch Erhitzen nicht zerstört werden.

Gegenüber der Nachrichtenagentur sda zeigte sich Kantonschemiker Claude Ramseier am Donnerstag enttäuscht von den Ergebnissen. Zusätzliche Massnahmen sollen Besserung bringen. So werden die Kontrollen häufiger durchgeführt, und Untersuchungen zur Frische der Produkte gehen auf Kosten der Restaurants.

Bei notorischen Wiederholungstätern könnte der Kantonschemiker auch ein Verbot der Pizza-Herstellung verhängen. Die Schliessung einer Pizzeria hingegen ist nur möglich, wenn eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit besteht.