Weihnachtslieder
Keine Weihnachtslieder mehr im Kanton Zürich?

Zürcher Volksschüler sollen keine Weihnachtslieder mehr singen dürfen, in denen Jesus vorkommt. Dies besagt eine neue Richtlinie des Volksschulamtes der Stadt Zürich. Denn Liedertexte, in denen Jesus als Gottes Sohn angesprochen werde, könne die religiösen Gefühle andersgläubiger Kinder verletzen. Das sorgt(e) für einen Sturm der Entrüstung.

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Claudia Landolt

Jetzt hat auch der Kanton Zürich seine «Kruzifix-Debatte». Aber diesmal geht es um Weihnachtslieder christlichen Ursprungs. Die Zeitung «Der Landbote» hat es an den Tag gebracht. Die neue Richtlinie des Volksschulamtes. Denn die seit 2003 gültige Regel, wonach für nichtchristliche Schüler «keine Sonerregelungen» getroffen werden sollen, ist ab 2010 ungültig. Geht es nach dem Volksschulamt, sollen nicht-christlich erzogene Kinder nicht mehr aktiv an Spielen oder Liedern mit religösen Inhalten teilnehmen, «die ihrem Glauben widersprechen». Faktisch heisst das also, dass muslimische (oder jüdische) Kinder nicht mehr an Krippenspielen mitmachen oder am Weihnachtssingen teilnehmen dürfen. Also kein «Oh, Tannenbaum» mehr in Zürcher Schulzimmern.

Zürcher Lehrer reagierten dann auch mit entsprechender Bestürzung - schliesslich sind solche Lieder Tradition und gerade in der Adventszeit ein fester Bestandteil des Unterrichts. SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli prangerte diesen Entscheid als «absolut übertriebener, vorauseilenden Gehorsam der Behöärden» an.

Nach einer Welle der Entrüstung krebst Bildungsdirektorin Regine Aeppli nun im Interview mit «20 Minuten» zurück: «Der Satz bedeute nur, dass muslimische Kinder nicht mitsingen müssten». Und weiter: «Man kann auf diesen Satz verzichten, wenn er Verwirrung stiftet». Gut möglich, dass der gute alte Tannenbaum und Co. nun also doch gerettet ist.