Jugendgewalt

Keine vorzeitige Entlassung aus U-Haft in München

Andreas Franck (Archiv)

Andreas Franck (Archiv)

Die drei Zürcher Schüler, die in München mit brutaler Gewalt fünf Personen verprügelt und zum Teil schwer verletzt haben, können nicht mit einer vorzeitigen Entlassung aus der Untersuchungshaft rechnen. Sie bleiben bis zum Prozess in Haft.

Das Gesetz sehe zwar die Möglichkeit einer Haftverschonung vor, sagte Andreas Franck von der Staatsanwaltschaft München auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Im Falle der drei in Deutschland inhaftierten 16-jährigen Schläger aus dem Kanton Zürich sei dies jedoch "äusserst unwahrscheinlich".

Da die Schüler der Weiterbildungs- und Berufswahlschule Küsnacht (WBK) mit einer "erheblichen Strafandrohung" von bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe rechnen müssten, bestehe Fluchtgefahr. Es sei deshalb in solchen Fällen "gängige Praxis", dass die mutmasslichen Täter bis zum Prozess in Haft blieben.

Bei ihrem Amoklauf hatten die drei Schüler am Abend des 30. Juni auf der Klassenfahrt unter Alkoholeinfluss zunächst im Nussbaumpark in der Innenstadt von München grundlos auf drei Arbeitslose eingeprügelt, einer davon war körperbehindert.

Danach schlugen sie einen 46-jährigen Versicherungskaufmann halb tot. Und auf dem Weg in die Unterkunft griffen sie auch noch einen Studenten an.

In zwei Fällen geht die Staatsanwaltschaft von einem Mordversuch aus. In drei weiteren Fällen - darunter des Körperbehinderten - werde wegen schwerer Körperverletzung ermittelt, sagte Franck. Der behinderte Mann sei entgegen anders lautenden Darstellungen nicht lebensgefährlich verletzt worden.

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