Wetziker Taxifahrermord

Keine Strafuntersuchung gegen Richeter im Wetziker Taxifahrermord

Das Bundesgericht in Lausanne

Das Bundesgericht in Lausanne

Im Zusammenhang mit der Tötung eines Taxifahrers 2007 in Wetzikon ZH wird gegen einen Zürcher Bezirksrichter definitiv keine Strafuntersuchung eröffnet. Laut Bundesgericht hat er bei der Klinikentlassung des späteren Täters korrekt gehandelt.

Eine Untersuchung wird nach dem Entscheid des Bundesgerichts allerdings der Psychiater zu gewärtigen haben, der dem 54-jährigen Täter - entgegen den Empfehlungen der Klinikfachleute - Ungefährlichkeit attestiert hatte. Gestützt auf das Gutachten des Psychiaters war der Mann 2007 vom Meilemer Bezirksrichter aus der Fürsorgerischen Freiheitsentziehung (FFE) entlassen worden.

Neun Tage später, am 16. September 2007, tötete der geistig verwirrte Schweizer nach durchzechter Nacht in Wetzikon einen 25-jährigen Taxichauffeur mit einem Messerstich in den Hals. Gegen den Psychiater wurde in der Folge eine Strafunteruchung wegen fahrlässiger Tötung eröffnet.

Das Bundesgericht hat nun die Beschwerde der Staatsanwaltschaft abgewiesen, die ein Strafverfahren auch gegen den Bezirksrichter gefordert hatte. Auf den Rekurs des Psychiaters ist es gar nicht erst eingetreten, da die blosse Einleitung eines Strafverfahrens für ihn noch keinen Nachteil rechtlicher Natur bewirke.

Dem Bezirksrichter kann laut dem Urteil aus Lausanne nicht vorgeworfen werden, dass er von sich aus keine weiteren Abklärungen zur Gefährlichkeit des späteren Täters tätigte. Aus den Akten sei nicht ersichtlich gewesen, dass dieser bereits 2002 einen Mordversuch unternommen habe.

Die Tat von Wetzikon hatte nicht nur wegen ihrer Sinnlosigkeit und Brutalität Schlagzeilen gemacht. Noch höhere Wellen schlug die Erkenntnis, dass sie auch Folge von Pannen und Fehlentscheiden des Justizapparats war.

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