Bartgeier

Keine Rettung mehr für geschwächten Ikarus

Ein gesunder Bartgeier (Archiv)

Ein gesunder Bartgeier (Archiv)

Der junge Bartgeier Ikarus, der seine Kreise über der Innerschweiz zog, ist tot. Der Vogel, der Anfang November entkräftet im Bisistal SZ aufgefunden wurde, starb im Tierpark Goldau trotz intensiver Pflege an einem Leberversagen.

Ikarus war im März 2008 im Zoo Hannover geschlüpft und im italienischen Nationalpark Stilfserjoch ausgewildert worden. Seit dem letzten Juli lebte der majestätische Vogel mit einer Spannweite von fast drei Metern im Grenzgebiet Uri-Schwyz-Glarus.

Der Junggeier war gesundheitlich aber angeschlagen. Völlig entkräftet wurde er Anfang November an einer Strasse im Bisistal aufgefunden. Im Tierpark Goldau wurde das Tier untersucht und gepflegt. Sein Leben konnte aber nicht mehr gerettet werden.

Wie die Stiftung Pro Bartgeier am Mittwoch mitteilte, litt Ikarus an einer Nebennieren- und Herzmuskelentzündung. Diese könnten von einer Virusinfektion herrühren. Zum Tode führte gemäss einer an der Universität Bern vorgenommenen pathologischen Untersuchung ein Leberversagen.

Es war nicht das erste Mal, dass Ikarus schwer krank war. Vor rund einem Jahr war er im Südtirol entkräftet aufgefunden worden. Damals litt er an einer Bleivergiftung. Vermutlich hatte der Aasfresser sich an einem Kadaver gütlich gehalten, der mit bleihaltiger Munition beschossen worden war.

Nach seiner Genesung wurde Ikarus ein zweites Mal im Stilfserjoch ausgewildert. Schon zehn Tage später wurde er in der Innerschweiz gesichtet. Ikarus war damit der erste freilebende Bartgeier der Innerschweiz seit seiner Ausrottung vor rund 100 Jahren.

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