Wettingen

Keine Bussen am Wettiger Fäscht

Wenn viele junge Leute sich im Festzelt drängen, dann ist auch die Nachfrage nach Alkohol sehr gross. (Archiv/awa)

Alkoholprävention in Wettingen

Wenn viele junge Leute sich im Festzelt drängen, dann ist auch die Nachfrage nach Alkohol sehr gross. (Archiv/awa)

Die Strategie der Gemeinde Wettingen für Alkoholprävention bei Jugendlichen heisst Sensibilisierung. Statt Bussen an Sünder am Wettiger Fäscht zu verteilen, werden an einer Schulung von Gastro Suisse abwesende Vereine bestraft.

Markus Dasen

Die dritte und letzte Testserie des Projekts «Die Gemeinden handeln» führt Wettingen an seinem Dorffest durch. Wieder werden Testkäufe durch Jugendliche zeigen, welche Vereine sich am Wettiger Fäscht ans Gastgewerbegesetz halten. Dieses schreibt vor: keinen Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren sowie keine Spirituosen oder Alcopops an Jugendliche unter 18 Jahren.

Am Wettiger Fäscht 2008 haben zwei Drittel der Beizen die Testkäufe bestanden. Die Gemeinde sprach von einem offensichtlichen Erfolg der Sensiblisierungsmassnahmen im Vorfeld. Damals wurde eine Schulung durch Gastro Suisse auf freiwilliger Basis angeboten. In diesem Jahr ist diese Schulung zur Pflicht geworden. Der Gemeinderat hat zudem entschieden, auf Bussen am Fest zu verzichten.

«Kurs sollte freiwillig sein»

Nicht alle der Teilnehmer an der obligatorischen Schulung sind mit dieser Präventionsstrategie einverstanden. «Der Kurs sollte freiwillig sein. Vereine, die sich nicht an die Alkoholvorschriften halten wollen, können sich so ganz einfach von ihrer Pflicht freikaufen», sagt Daniel Schaffner vom Käfer Club Limmattal, der an seiner Festbeiz Bier ausschenken wird.

An der Schulung, die durch Zita Langenstein, Leiterin Weiterbildung bei Gastro Suisse, durchgeführt wird, werden vor allem schwierige Situationen für Verkaufspersonal angesprochen. Dazu gehört die Ausweiskontrolle. «Hier ist der Umgang mit den Jugendlichen entscheidend. Versuchen Sie keine Moralpredigt zu halten. Und begründen Sie Ihren Entscheid», schlägt Langenstein vor.

Sorgen um Ausweiskontrolle

Einzelne Teilnehmer bekunden Sorgen darüber, dass die Jugendlichen von den Ausweiskontrollen am Fest negativ überrascht werden könnten. «Hier ist Kommunikation wichtig», sagt Sibylle Strebel, stellvertretende Gemeindeschreiberin. Sie verweist auf den Festführer und die Medien, die vorwarnen können. Zudem sind Verkaufsstellen gesetzlich dazu verpflichtet, Schilder anzubringen, die gut sichtbar auf die Abgabebeschränkungen aufmerksam machen.

Die Gemeinde Wettingen will als Organisator des Fests eine Vorbildrolle übernehmen: Ihre Rathaus-Beiz wird überhaupt keine alkoholischen Getränke an unter 18-Jährige verkaufen.

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