Lengnau
Keine Antennen im Wohngebiet

In Lengnau sind Mobilfunkantennen unerwünscht – vor allem wenn sie in der Wohnzone zu stehen kommen sollen. Die Behörde wollen gesetzliche Grundlagen schaffen, um dies zu verhindern.

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Solothurner Zeitung

Jürg Amsler

«Wir wollen erreichen, dass Mobilfunkantennen im Wohngebiet nur dann errichtet werden können, wenn die Betreiber nachweisen, dass ein Standort in der Industrie- oder Landwirtschaftszone nicht möglich ist.» Gemeindeschreiber Marcel Krebs erklärt, was im neuen Baureglement der Gemeinde Lengnau festgeschrieben werden soll: «Der Gemeinderat ist sich im Klaren, dass nach Bundesgesetz solche Antennen fast überall gebaut werden können - auch in Wohnzonen. Es sei denn, das Ortsbild werde dadurch beeinträchtigt.» Die Betreiber solcher Anlagen wüssten zudem genau, an welche technische Werte sie sich halten müssen.

Auf Baugesuch reagiert

Dennoch wollen die Behörden alle Mittel ausschöpfen, um die unbeliebten Antennen aus der Wohnzone zu verbannen. Bis das neue Baureglement, das mit der Revision der Ortsplanung überarbeitet wird, in Kraft tritt, hat der Gemeinderat nun eine Planungszone über das ganze Gemeindegebiet erlassen. Davon ausgenommen sind die Gewerbe- und Industriezone. Der Gemeinderat habe auf ein Baugesuch von Orange reagiert, das im März eingereicht worden sei (wir berichteten).

«Wenn diese Antenne bewilligt wird, würde ein Präjudiz geschaffen. Das will der Gemeinderatverhindern», begründet Krebs die Masnahme. Diese bewirke zudem, dass das eingereichte Baugesuch sistiert wird. «Baubewilligungsverfahren für Antennenanlagen innerhalb des Perimeters der Planungszone dürfen während der zweijährigen Dauer der Planungszone nur mit Zustimmung des Gemeinderates fortgesetzt werden», erklärt Krebs weiter.

Natürlich könne bis zum Ablauf der öffentlichen Auflage am 6. Juli gegen diese Planungszone Einsprache erhoben werden. «Sollte dies der Fall sein, wird das Amt für Gemeinden und Raumordnung darüber entscheiden. Und dies wird bestimmt seine Zeit dauern.» Marcel Krebs gibt zu verstehen, dass sich der Gemeinderat so oder so etwas Luft verschafft hat.

Die Planungszone mit dem Planungsperimeter kann während der Schalteröffnungszeiten bis am 6. Juli bei der Gemeindeverwaltung eingesehen werden.