Kamera-Überwachung
Kein Kameraeinsatz gegen Vandalen

Die Schulpflege verzichtet auf die elektronische Überwachung der Schulhäuser. Gegen die Anschaffung sprechen zu hohe Kosten und zu wenig Effizienz.

Sandro Zimmerli
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Limmattaler Zeitung

Zu hohe Kosten und wenig Effizienz – die Schulpflege der Primarschule Oetwil-Geroldswil (PSOG) hat sich vorerst gegen eine Investition in Video-Überwachungsanlagen auf den Schulhausarealen entschieden, um gegen Vandalen vorzugehen. Diskutiert wurde das Thema in den vergangenen Wochen, weil die Vandalenakte an den drei Schulhausanlagen in Oetwil, Geroldswil und der Fahrweid zugenommen haben (Ausgabe vom 13. Juli).

«Alleine in diesem Jahr sind Schäden von weit über 30000Franken angerichtet worden», erklärt Schulpräsident Peter Lehmann. Obschon diese Schäden hauptsächlich mit eigenen Ressourcen behoben werden könnten, müsse unbedingt versucht werden, dem Vandalismus Einhalt zu gebieten. Deshalb sei die Installation von Video-Überwachungsanlagen geprüft worden.

Zahlreiche Einschränkungen

«Die Abklärungen sind aber ernüchternd ausgefallen», so Lehmann. Trotz erheblicher Investitionen müssten zusätzliche, wiederkehrende Kosten für das Updating und den Unterhalt geleistet werden.

«Auch an den Verzicht auf die Sicherheitsfirma, die bis anhin unsere Schulhäuser überwacht, ist nicht zu denken, denn die Kameras können höchstens als Ergänzung, nicht aber als Ersatz der direkten Kontrolle dienen», hält der Schulpräsident fest. Zudem müssten zahlreiche Einschränkungen berücksichtigt werden.

So seien Videokameras ihrerseits Angriffspunkte für Zerstörungen. Deshalb seien diese stets so anzuordnen, dass sie sich gegenseitig überwachten.

Infrarot in der Nacht

«Ein anderes Problem ist die Bildqualität», sagt Lehmann. So müssten die Auflösung angepasst werden können und die Lichtverhältnisse stimmen. Bei Dämmerbeleuchtung bestehe bereits die Gefahr, dass das Bild zu schlecht sei, um erkennbare Aufnahmen zu erhalten. «In der Nacht wäre zudem der Einsatz von Infrarot notwendig», so Lehmann. Weiter sei der Blickwinkel so einzurichten, dass ausschliesslich die Schulanlagen und nicht die Nachbarn überwacht würden. Auch in der Beweisfindung seien Videoaufnahmen nur beschränk tauglich.

Schule schlägt anderen Weg ein

«Die Schulpflege hat sich deshalb entschieden, vorerst auf diese sehr teure Investition zu verzichten und andere Wege einzuschlagen», erklärt Lehmann. So würden bei den Schulhäusern mit Bewegungsmeldern gekoppelte Scheinwerfer installiert. Weiter könne der Einsatz des Sicherheitspersonals temporär verstärkt werden. Letztlich könnten auch Gespräche mit den Jugendlichen zu einer Beruhigung führen. «Die Schulpflege hofft mit diesen Massnahmen eine merkliche Verbesserung zu erzielen, behält sich aber weitere Massnahmen für die Zukunft vor», erklärt Lehmann. Denn an einem Grundsatz wolle die Schule weiter festhalten: «Wir haben schöne Anlagen, die von allen genutzt werden können, solange sie sich an die Regeln halten».