Kein Ferienpass in diesem Sommer

Einst reihte sich Geschäft an Geschäft, heute hängen vor allem Schilder mit Mietangeboten an der Centralstrasse in Grenchen.

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Die Meldung kommt überraschend: Der Langenthaler Ferienpass findet in diesem Sommer nicht statt. Hingegen engagiert sich der Verein Ferienpass für die ersten Kinder-Kulturtage – sie werden in den Frühlingsferien durchgeführt.

Tobias Granwehr

Der Verein Ferienpass Langenthal führt seit Jahren im Sommer während dreier Wochen das Angebot für Kinder durch. Kürzlich wurden Kursanbieter vom Verein mit folgender Information angeschrieben: Der Ferienpass Langenthal pausiere in diesem Jahr. Das Schreiben liegt dieser Zeitung vor. Die Meldung kommt überraschend. Karin Röthlisberger Roth vom Verein Ferienpass relativiert allerdings: «Im vergangenen Jahr meldeten sich nicht so viele Kinder an wie erwartet – das war für uns etwas enttäuschend.» Trotz mehr Angeboten habe es 2009 gegenüber dem Vorjahr bei den Anmeldungen keine Steigerung gegeben, sagt sie. Deshalb habe der Verein entschieden, in diesem Jahr den Ferienpass nicht zu organisieren.

Zahlen motivieren nicht

Kommt hinzu: Die Regionale Kulturkonferenz (RKK) bietet in den Frühlingsferien die ersten Kinder-Kulturtage an (siehe Kasten rechts). Der Verein Ferienpass hilft dort mittels ihrer Internetseite mit, das Anmeldeverfahren zu koordinieren. Sie seien von der RKK angefragt worden, mitzuhelfen. «Beides liegt für uns aber nicht drin», sagt Röthlisberger. Das Organisationsteam des Ferienpasses besteht insgesamt aus drei Frauen. «Vielleicht hätten wir beides gemacht, wenn sich vergangenen Sommer mehr Kinder angemeldet hätten.» Im Schreiben an die Kursanbieter heisst es dazu: «Die Teilnehmerzahlen vom vergangenen Sommer motivieren uns leider nicht, beide Angebote auf die Beine zu stellen.»

Röthlisberger sagt, sie und ihre beiden Kolleginnen Franziska Zaugg und Katrin Meyer hätten sich die Absage gut überlegt. Es sei sogar daran gedacht worden, ganz mit dem Ferienpass aufzuhören. «Wir sind uns aber einig, dass es schade ist, alles aufzugeben. Die Kinder können ja nichts dafür.» Laufe alles nach Plan, werde das Angebot 2011 wieder durchgeführt. Dank der Internetseite, wo sich die Kinder sehr einfach anmelden können, «ist die Basis für die Zukunft gegeben», sagt sie. Was muss der Verein ändern, damit sich in Zukunft wieder mehr Kinder für den Ferienpass anmelden? «Wahnsinnig viel ändern können wir gar nicht», so Röthlisberger. Sie seien auch an die Anbieter gebunden. «Es ist nun mal so: Einige Angebote sind enorm gefragt – andere weniger.» Bei manchen Aktivitäten habe es schlicht zu wenig Platz für alle interessierten Kinder.

Ferienpass vielleicht im Frühling

Möglich ist, dass der Verein den Ferienpass 2011 nicht mehr in den Sommer-, sondern in den Frühlingsferien durchführt. «Das könnte eine Lösung sein», sagt sie. Doch definitiv sei zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Auch, ob die Kinder-Kulturtage für den Verein eher eine einmalige Sache bleiben, steht laut Röthlisberger noch nicht fest. Es sei etwas Neues, das mit dem Sommer-Ferienpass nicht vergleichbar sei.