Kehrt Ryszard Komornicki ins Brügglifeld zurück?

Der FC Aarau spielt in der Trainerfrage auf Zeit. Ein neuer Chefcoach wird frühestens Mitte nächster Woche bestimmt. Aarau-Präsident Schmid verhandelt mit dem Polen Ryszard Komornicki - bisher ergebnislos.

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Komornicki
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Ryszard Komornicki
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Jeff Saibene

Komornicki

Keystone

Ruedi Kuhn

Ganz vergessen hat Fritz Hächler den FC Aarau doch noch nicht.
Er gratulierte Nothelfer Ranko Jakovljevic zum 1:0-Sieg gegen Xamax mittels Kurznotiz auf das Handy. Apropos Hächler; sein Abgang als Sportchef und Verwaltungsratsmitglied ist der Grund dafür, dass die restlichen Klub-Bosse Ryszard Komornicki wieder zu einem valablen Kandidaten für den Trainerposten erklärt haben.

Mit Hächler ist nämlich jener Mann von der Bildfläche verschwunden, der sich im vergangenen Frühjahr mit Komornicki angelegt hat. Statt den einen oder andern Transfer von Format einzuleiten, lieferte sich Hächler mit Komornicki eine Art Zickenkrieg. Das Ende ist
bekannt: Aaraus Erfolgstrainer räumte seinen Platz mehr oder weniger aus freiem Willen. Der Luxemburger Jeff Saibene trat die Nachfolge an.

Ein knappes Jahr später ist alles anders. Mangels Erfolg wurde erst Saibene (12 Spiele/5 Punkte), dann Martin Andermatt (17 Spiele/6 Punkte) entlassen. Da sieht die Bilanz von Jakovljevic mit einem Spiel und einem Sieg geradezu hervorragend aus. Seine Ausgangslage ist speziell. Wegen der fehlenden Uefa-Prolizenz muss der 43-jährige Serbe aus Bosnien seinen Platz als Coach spätestens 21 Tage nach Amtsantritt, also am
3. Mai, räumen. Klar ist zum jetzigen Zeitpunkt, dass er die Aarauer heute Abend im Auswärtsspiel gegen den FC Zürich coachen wird. Schafft er einen Sieg oder auch nur ein Unentschieden, ist vielleicht erst das Heimspiel gegen St. Gallen seine Derniere.

Wer aber löst dann Jakovljevic ab? Komornicki steht in den Startlöchern. Nachdem er sich Anfang dieser Woche mit einem Grossteil der Verwaltungsratsmitglieder getroffen hat, kam es gestern zu einer ersten Verhandlungsrunde. Dabei erzielten Präsident Alfred Schmid und Komornicki allerdings keine Einigung. Zu einer Vertragsunterzeichnung wird es frühestens Mitte nächster Woche kommen.

Komornicki ist grundsätzlich bereit für eine Rückkehr ins Brügglifeld, hat aber klare Vorstellungen. Er will spüren, dass er der Wunschkandidat ist. Er will spüren, dass ihn die Aarauer unbedingt zurückholen wollen. Logisch also, dass er auf einen Zwei- oder gar Dreijahresvertrag tendiert. Und als Assistenzcoach kommen für ihn nur Dariusz Skrzypczak und Jeff Saibene infrage. Und, und, und . . .

Es gibt aber auch noch ein anderes Problem: Weil Komornicki beim Challenge-League-Verein FC Wil einen Vertrag bis 2011 hat, fordern die Ostschweizer eine Ablösesumme. Gerüchten zufolge soll diese 100000 Franken betragen. Doch der FC Aarau ist nicht bereit, diese Summe zu zahlen. Schmid wird nach eigener Aussage am Montag mit Wil-Präsident Roger Bigger und Sportchef Axel Thoma über das weitere Vorgehen diskutieren.

Sollten die Verhandlungen mit Komornicki platzen, gibts weitere Kandidaten. Hinter vorgehaltener Hand ist die Rede von Peter Neururer, Marco Schällibaum und Hanspeter Latour. Der Kronfavorit ist und bleibt aber Komornicki. Seit Aaraus Aufstieg in die höchste Spielklasse im Jahre 1981 wäre er der dritte Comeback-Chefcoach. Rolf Fringer trainierte den Verein von 1992 bis 95 und von 2000 bis 2002, Alain
Geiger zeichnete 2002/03 und 2005/06 für die sportlichen Leistungen verantwortlich. Interessant ist die Tatsache, dass die beiden bisherigen Rückkehrer im zweiten Aarauer Anlauf nicht unbedingt brillierten. Das muss im Fall von Komornicki nichts bedeuten. Denn es wäre sein dritter Anlauf als Cheftrainer im Brügglifeld.

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