Tragödie

Kaum Hoffnung für 64 Vermisste nach Unfall in Wasserkraftwerk

Rettungskräfte vor Ort

Rettungskräfte vor Ort

Nach dem Unfall in Russlands grösstem Wasserkraftwerk gibt es nach Angaben des Betreibers nur wenig Hoffnung, die noch 64 Vermissten lebend zu retten. Damit wären 76 Menschen ums Leben gekommen.

Es sei unwahrscheinlich, dass in dem überfluteten Bereich noch Überlebende gefunden würden, sagte ein Sprecher grössten russischen Stromversorgers RusHydro. Der stellvertretende Leiter des örtlichen Spitals hatte zuvor erklärt, es seien zwölf Tote geborgen worden.

Nach offiziellen Angaben war am Montag Wasser in eine etwa 100 Meter lange Turbinenhalle des Kraftwerks am Sajano-Schuschenskaja-Staudamm eingedrungen, das noch zu Sowjetzeiten errichtet worden war.

Nach Angaben des Betreibers wurden drei der zehn Generatoren durch den Unfall zerstört. In einem auf einer russischen Nachrichtenseite veröffentlichten Amateurvideo war eine Explosion am Fuss des Staudamms zu sehen. Der genaue Unfallhergang ist nicht bekannt.

Aus Sorge, der gewaltige Staudamm am Jenissei nahe der Mongolei könnte brechen, ergriffen Anwohner die Flucht. Später gaben die Behörden jedoch Entwarnung: Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht.

Boris Bogusch, Aufsichtsratsmitglied bei RusHydro, sagte, die Reparatur werde mehr als zehn Milliarden Rubel (335 Millionen Franken) kosten. Nach dem Unglück breitete sich auf dem Jenissei-Fluss ein 25 Kilometer langer Ölteppich aus.

Regierungschef Wladimir Putin versprach den Angehörigen der Opfer die umfangreiche Hilfe des Staates und kündigte an, die Region mit Energie aus anderen Kraftwerken versorgen zu lassen.

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